Kosten: 400 Millionen Euro / Dauer: Zwölf Jahre

Abbau des Millionengrabs THTR könnte in Hamm-Uentrop 2030 beginnen

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Uentrop - Nach einer Planungs- und Genehmigungszeit von sieben Jahren könnte der Abbau des Hochtemperaturreaktors (THTR) in Uentrop 2030 starten. Zwölf Jahre würde der Abbau laut den Verantwortlichen dauern und rund 400 Millionen Euro kosten.

In dieser Woche wurde an die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vor 30 Jahren erinnert. Im Schatten des Super-Gaus ereignete sich damals wenige Tage später ein Störfall im Hochtemperaturreaktor (THTR) in Uentrop. Am 4. Mai 1986 wurde dort Radioaktivität freigesetzt, in der Folgezeit verlief der Kraftwerksbetrieb aufgrund technischer Schwierigkeiten immer wieder nur eingeschränkt. Im August 1989 folgte der Beschluss zur endgültigen Stilllegung. Heute, 27 Jahre später, steht der THTR immer noch und verschlingt Jahr für Jahr mehr als 4 Millionen Euro.

Der Kühlturm des THTR in Uentrop wurde am 10. September 1991 gesprengt.

„Den Beginn des Abbaus werde ich noch miterleben“, erneuerte in dieser Woche Ralf Versemann seine bereits vor drei Jahren gegenüber unserer Zeitung geäußerte Prognose. Der 50-jährige Mitarbeiter der RWE Power AG ist Geschäftsführer der Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG). Nach einer Planungs- und Genehmigungszeit von sieben Jahren könnte der Abbau, so der HKG-Geschäftsführer, 2030 starten. Zwölf Jahre würde dieser dauern.

Die Kosten für den Abbau des Hammer Kernkraftwerks beziffert Versemann auf rund 400 Millionen Euro. 6000 Kubikmeter radioaktiver Abfall sind zu entsorgen – in ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Das Endlager Konrad soll, so Versemann, um 2022 zur Verfügung stehen.

Bis zu diesem Jahr ist durch eine Vereinbarung zwischen Bund, Land und den Gesellschaftern der HKG die Finanzierung des sicheren Einschlusses gesichert. Der Einschluss, die Endlagervorausleistung und das Zwischenlagern der 305 Castor-Behälter mit den Hammer Betriebselementkugeln in Ahaus kostet Bund, Land und HKG jährlich rund 4,5 Millionen Euro.

Gesellschafter der HKG sind RWE Power Aktiengesellschaft (31 Prozent); Gemeinschaftskraftwerk Weser GmbH & Co. OHG (26 Prozent); Mark E Aktiengesellschaft (26 Prozent); Gemeinschaftswerk Hattingen GmbH (WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH, RWE Power Aktiengesellschaft, 12 Prozent); Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft (5 Prozent). Gesellschaftszweck ist die Herstellung und Aufrechterhaltung des sicheren Einschlusses des THTR 300.

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Quelle: wa.de

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