Abwasserpilz breitet sich durch Landwirtschafts-Abwasser aus

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Symbolbild

Münster - Der Fischereiverband Nordrhein-Westfalen macht mobil gegen gefährliche Abwasserpilze in Bächen. Besonders aus den ländlichen Bereichen in Borken, Steinfurt, Höxter und Münster hätten Angler und Bewohner über eine Ausbreitung der schädlichen Bakterien berichtet.

Dies erläuterte Verbands-Biologe Olaf Niepagenkemper. Der Pilz bildet sich überall dort, wo zu viel organischer Müll das Wasser belastet - zum Beispiel Sickerwasser aus Maissilage oder Gärsäfte aus der Landwirtschaft. Die Angler gehen davon aus, dass Betreiber von Biogasanlagen oder Viehbauern nachlässig mit ihren Abwässern umgehen. Manche Abwasserbecken würden bei Regen einfach überlaufen, andernorts seien die Silo-Haufen nicht richtig abgedichtet, sagte Niepagenkemper. 

Der Fischereiverband hat daher begonnen, Bäche und Gräben rund um Biogasanlagen systematisch zu überprüfen. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet. Der Pilz bildet ein schleimiges Fell am Bachboden und entzieht Pflanzen, Larven, Krebsen und damit Fischen die Lebensgrundlage. Ein Befall sei stets ein Zeichen dafür, dass etwas mit der Wasserqualität nicht stimme, erläuterte ein Sprecher des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz. 

Die Landesbehörde war Anfang des Jahres beispielsweise bei einem besonders massiven Befall mit dem Abwasserbakterium eingeschaltet worden. In das Flüsschen Emmer bei Nieheim waren demnach wochenlang landwirtschaftliche Abwässer eingeleitet worden. Der Vorfall kam in dieser Woche auch im Umweltausschuss zur Sprache und wird die Wasserkontrolleure weiter beschäftigen. 

Die Landwirte nehmen solche Meldungen ernst. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftverband appellierte an seine Mitglieder, in jedem Einzelfall die Ursache zu klären und abzustellen. "Die Bilder von verdreckten Flüssen alarmieren auch uns. Das sieht auch kein Bauer gern", sagte Sprecher Hans-Heinrich Berghorn. - lnw

Quelle: wa.de

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