400.000 Euro veruntreut - Stadtangestellte bestreitet Vorwürfe

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Dortmund - Eine frühere langjährige Mitarbeiterin der Dortmunder Stadtverwaltung steht vor dem Dortmunder Landgericht, weil sie am Arbeitsplatz insgesamt fast 400.000 Euro veruntreut haben soll.

Die Kassenleiterin einer Verwaltungsstelle in einem Dortmunder Stadtteil soll fast zehn Jahre lang bar eingezahlte Gebühren nicht auf das städtische Konto eingezahlt, sondern in die eigene Tasche gesteckt haben.

Massive Vorwürfe, die der 59-jährigen Angestellten nach über 30-jähriger Tätigkeit den Verlust des Arbeitsplatzes sowie eine Schadenersatzklage eingebracht haben. Die gekündigte und gesundheitlich angeschlagene Frau hatte bereits in dem vorgeschalteten Kündigungsschutzverfahren vor dem Dortmunder Arbeitsgericht jegliche Schuld von sich gewiesen und pauschal Kollegen ihrer damaligen Dienststelle verdächtigt.

Auch in dem Untreueverfahren vor dem Dortmunder Landgericht signalisierte ihr Verteidiger gleich zu Prozessbeginn, dass seine Mandantin bei der Aufklärung der Vorwürfe mit dem Gericht kooperieren, sämtliche Vorwürfe aber bestreiten werde.

Die Staatsanwaltschaft ist jedoch davon überzeugt, dass sich die Kassenleiterin rund zehn Jahre lang mit dem Griff in städtische Gebührengelder eine dauerhafte illegale Einnahmequelle verschafft hat. Ursprünglich gingen die Ermittler sogar von erbeuteten 660.000 Euro aus - mittlerweile gilt aber ein Drittel der Gesamtsumme als verjährt.

Die Masche der bis dato unauffälligen Kassiererin war dabei nach den Ermittlungen der Fahnder stets gleich: Täglich ging sie am Arbeitsplatz mit eingenommenen Gebührengeldern zum Einzahlungsschalter der Stadtkasse, steckte zwei bis drei Mal in der Woche zumeist vierstellige Beträge heimlich ins Portemonnaie und fingierte die Belege so, dass bei oberflächlicher Routineprüfung nichts auffiel.

Die zuständige Arbeitsrichterin sparte in dem Kündigungsverfahren nicht mit Kritik an der Stadtoberen, die jahrelang ihrer Bediensteten im Stadtteilbüro offenbar blind vertrauten: "Letztendlich haben die Kontrollmechanismen versagt!" rügten die Arbeitsrichter den offenkundig laxen Umgang mit öffentlichen Geldern.

Die Strafrichter am Dortmunder Landgericht müssen nun in mühseliger Kleinarbeit aufdröseln, wer wann Zugang zu den Geldern hatte. Bei allen bekannt gewordenen Untreuetaten war offenbar jedes Mal die Angeklagte im Dienst; als sie turnusmäßig die Leitung der Bargeldkasse abgab, soll es keine weiteren Straftaten mehr gegeben haben.

Quelle: wa.de

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