Prozessauftakt in Essen

Algerier gesteht tödlichen Messerangriff gegen Landsmann

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Essen - Musste ein Asylbewerber in Gelsenkirchen sterben, weil er hundert Euro verschluckt hat? Der Mann, ein geständiger Täter, sagt vor Gericht Nein. Worum es bei dem Streit ging, ist unklar.

Der Fall steckt voller Rätsel. Vor sieben Monaten wurde in Gelsenkirchen ein algerischer Asylbewerber erstochen, der vorher zwei 50-Euro-Scheine verschluckt hatte.

Der Täter war ein Landsmann. Die beiden hatten sich zwei Jahre zuvor als Flüchtlinge auf der Balkan-Route kennen gelernt. "Ja, ich habe zugestochen", sagte der 34 Jahre alte Angeklagte am Montag zum Prozessauftakt vor dem Essener Schwurgericht.

Wegen Totschlags angeklagt 

Es habe Streit gegeben und er sei wütend gewesen. Worum es genau ging, ist allerdings unklar. Der Mann ist wegen Totschlags angeklagt. 

Es war der Abend des 30. Juli 2015, als der Angeklagte zum Messer griff. Eine Nachbarin hatte beobachtet, wie er aus seinem Zimmer kam und das spätere Opfer in einem Laubengang attackierte. 

Zu diesem Zeitpunkt sollen allerdings schon beide Männer ein Messer in der Hand gehalten haben. Es kam zu einem Gerangel, dann stach der 34-Jährige mit voller Wucht zu.

Die 19 Zentimeter lange Klinge seines Messers bohrte sich komplett durch das Herz des anderen Mannes. Als die Rettungskräfte eintrafen, kniete der Angeklagte noch immer neben dem Opfer. 

Er sei schockiert und entsetzt gewesen, über das, was passiert sei, erklärte der Angeklagte im Prozess auf Nachfrage der Richter. 

Gerangel führte zu "Kurzschluss" des Täters

Zwei andere Bekannte, die bei der Bluttat dabei gewesen sind, hatten die Flüchtlingsunterkunft zu diesem Zeitpunkt schon wieder verlassen. 

Die Richter gehen davon aus, dass der Angeklagte erst selbst durch einen Messerstich verletzt worden ist. Danach habe er Rot gesehen und ebenfalls zugestochen. 

Dass sein Opfer zwei 50-Euro-Scheine geschluckt hatte, will der Angeklagte nicht gewusst haben. Um Geld sei nicht gestritten worden, versicherte er im Prozess. Er habe den 19-Jährigen einfach nicht als seinen Gast empfangen wollen. - dpa

Quelle: wa.de

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