21-Jähriger wegen Online-Betrugs in Aachen vor Gericht

+
Symbolbild.

Aachen - Ein junger Mann, der Hunderte von Internet-Kunden systematisch betrogen haben soll, steht seit Donnerstag in Aachen vor Gericht.

Der Mann habe in Schein-Internet-Shops elektronische Waren wie Playstation oder Smartphones sehr preiswert angeboten, die er aber tatsächlich gar nicht hatte, wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage feststellte.  Sie wirft dem Mann vollzogenen und versuchten gewerblichen Betrug in rund 520 Fällen vor. Der Mann habe zwischen Mai 2014 und Februar 2015 insgesamt 16 "Fake-Shops" gegründet, stellte der Staatsanwalt fest.

Neue Shops unter falschem Namen

Um seine Spuren im Internet zu verwischen, habe er sogenannte Anonymisierungs-Programme genutzt. Wenn es Probleme gab, etwa weil die Bewertungen zu schlecht wurden, sei er unter falschem Namen mit einem neuen Shop aufgetaucht. Für die Zahlungen per Vorkasse habe er 14 Konten unter falschen Namen eingerichtet. Manchmal existierten die Shops nur einige Tage, bis ein neuer kam. Der Andrang auf die Internet-Seiten war groß: Sie wurden laut Anklage ohne weiteres 10 000 Mal am Tag aufgerufen. Ein Teil der Kundschaft bestellte laut Anklage, aber bezahlte nicht. In diesen Fällen geht die Anklage von versuchtem gewerbsmäßigen Betrug aus.

2000-seitige Anzeige

Die Mehrheit aber bezahlte wohl in der Erwartung, ein preiswertes Schnäppchen zu machen, insgesamt gut 130 000 Euro. Auf die Ware warteten sie vergeblich. Warum der Angeklagte insgesamt 40 000 Euro zurück überwies, dazu machte die Anklage keine Angaben. Die Akte umfasst 2000 Blatt wie zum Auftakt bekanntwurde. Hunderte Zeugen waren im Vorfeld des Prozesses vernommen worden. Für gewerbsmäßigen Betrug droht eine Straße zwischen sechs Monate und zehn Jahre. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare