50 Stichverletzungen: 18-Jährige gesteht Tötung der Ex-Freundin

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Die 18-Jährige aus Dortmund muss sich wegen Mordes verantworten.

Münster - Vor dem Landgericht Münster legt eine 18-jährige Schülerin ein Geständnis ab: Vor einem halben Jahr habe sie im münsterländischen Senden ihre 17-Jährige Ex-Freundin umgebracht.

Die junge Frau berichtet das ohne erkennbare Emotionen. Sie ist wegen Mordes angeklagt. 

Es war der 16. Oktober 2015. Die beiden Mädchen hatten sich noch einmal getroffen, obwohl ihre Liebe längst zerbrochen war. Vier Jahre lang waren sie ein Paar - seit der 7. Klasse schon. 

Doch ausgerechnet am Valentinstag 2015 machte die 17-Jährige Schluss. Darüber kam die Angeklagte offenbar nie hinweg. "Mir ging es schlecht", sagt sie den Richtern. Außerdem habe sie Mordfantasien gehabt: "Ich habe mir oft vorgestellt, wie ich sie umbringe." Die ganze Nacht wurde damals geredet, geweint und getrunken. Bis sich die Wege der beiden Schülerinnen am frühen Morgen endgültig trennen sollten. Doch auf dem Weg zum Busbahnhof eskalierte der Streit. "Ich habe sie auf den Rasen geschubst und dann auf sie eingestochen", sagt die 18-Jährige im Prozess. 

Später habe sie sie dann eine Kellertreppe hinuntergezerrt und dort getreten und gewürgt. So lange, bis die 17-Jährige kein Lebenszeichen mehr von sich gab. "Ich habe ihr T-Shirt hochgeschoben und mein Ohr auf ihr Herz gelegt", sagte die Angeklagte den Richtern. "Aber da war nichts mehr." 

Die Rechtsmediziner stellten fast 50 Stichverletzungen fest, besonders viele im Kopf. Die Angeklagte hatte sogar noch auf ihre Freundin eingetreten, als diese schon tot war. "Ich war einfach wütend", sagt sie. Ihre Verteidigerin sprach schon vor Prozessbeginn von einem "Overkill". Die Eltern der 17-Jährigen kamen nicht zu der Verhandlung. Sie hatten ihrer Anwältin aber ein Foto ihrer Tochter mitgegeben. 

Ob die 18-Jährige das Bild überhaupt wahrnimmt, ist nicht ganz klar. Gefühle zeigt sie während ihrer dreistündigen Aussage nicht. Sie antwortet ruhig auf die Fragen der Richter, schildert die Tat dabei aber so distanziert, als spreche sie über einen Film. Ihren bisherigen Lebenslauf schildert die Angeklagte als familiären Alptraum. Der Vater sei gewalttätig gewesen, die Mutter fremdgegangen. Hin- und hergerissen zwischen den Eltern sei sie schließlich sogar einmal freiwillig ins Kinderheim gegangen. 

Für den Prozess sind zunächst noch vier Verhandlungstage bis zum 12. Mai angesetzt. - dpa

Quelle: wa.de

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