16-jähriger Steinewerfer wegen Mordversuchs vor Gericht

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Bonn - Wegen versuchten Mordes in vier Fällen muss sich ein 16-jähriger Steinewerfer aus Bad Honnef seit Dienstag vor dem Bonner Jugendschwurgericht verantworten.

Vorgeworfen wird dem Schüler auch besonders gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Demnach soll der zur Tatzeit 14-Jährige am 26. Mai 2014 von einer Fußgängerbrücke über die B 42 in Bad Honnef mit faustgroßen Steinen auf fahrende Autos gezielt haben.

In allen vier Fällen waren die Angriffe glimpflich ausgegangen: In zwei Fällen wurden Motorhaube oder Windschutzscheibe getroffen, ohne dass sie geborsten ist. In zwei weiteren Fällen hatten die Autofahrer durch Bremsmanöver dem Angriff ausweichen können. Da der gesamte Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird, hat ein Gerichtssprecher auf Anfrage mitgeteilt, dass der heute 16-Jährige gestanden hat, aus Langeweile die Steine gesammelt und auch geworfen zu haben. 

Er habe jedoch keine Vorstellung davon gehabt, dass Menschen verletzt werden könnten. Schon gar nicht, dass er mit seinen Steinen einen Menschen hätte töten können. Vielmehr habe es ihm Spaß gemacht, mit den Steinen auf fahrende Autos zu zielen, weil es immer so schön geknallt habe. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jugendlichen gleich zwei Mordmerkmale vor: Zum einen sei Langeweile - angesichts der Gefährlichkeit und unüberschaubaren Risikos der Tat - als Tatmotiv ein niedriger Beweggrund; auch das "gemeingefährliche Mittel", mit der er die Tat begangen habe, sei ein weiteres Mordmerkmal.

Für den Prozess sind weitere drei Verhandlungstage angesetzt; entscheidend wird das psychiatrische Gutachten zur Frage der Persönlichkeit sowie Schuldfähigkeit des jungen Angeklagten sein. - dpa

Quelle: wa.de

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