Superbanner

Experten fordern mehr Klarheit für Gentests an Embryonen

Klarheit für Gentests an Embryonen gefordert

007.07.10|Politik|Politik|
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Klarheit für Gentests an Embryonen gefordert

Münster - Nach dem Bundesgerichtshof-Urteil, das Ärzten künftig erlaubt, künstlich gezeugte Embryonen auf schwere Gen-Schäden zu untersuchen, haben Mediziner und Biologen klare Vorgaben gefordert.

“Um hier mehr Sicherheit zu bekommen, muss der Staat jetzt definieren, welche Gen-Krankheiten damit genau gemeint sind“, sagte der Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA), Prof. Stefan Schlatt, am Mittwoch in Münster. “Noch gibt es Unklarheiten, was darunter fällt.“ Unklar sei zudem, ob künftig bei jeder künstlichen Befruchtung eine Untersuchung erforderlich ist. “Dieser Punkt muss noch eindeutig geklärt werden“, forderte Frank Tüttelmann, Humangenetiker an der Universität Münster. Kriterien dafür, welche befruchteten Eizellen nach der sogenannten Präimplantationsdiagnostik (PID) vernichtet werden dürfen, seien bereits vorhanden, sagte Schlatt. “Es gibt schwerwiegende Indikationen, bei denen der Arzt zu einem Schwangerschaftsabbruch rät. Daran kann man sich orientieren.“

Grauzonen könnten dabei jedoch nicht ausgeschlossen werden. “Es gibt klare und weniger klare Fälle.“ Bei der unheilbaren Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose etwa, die zu einer verschleimten Lunge führt, sei der Fall eindeutig. “Hier würde der Arzt der Mutter wohl raten, die geschädigte Eizelle nicht zu nehmen.“ Schwieriger sei es dagegen beim Down-Syndrom. “Da gibt es schwere und leichte Formen. Wie sich das Kind entwickelt, weiß man aber nicht vor der Geburt.“

Die Möglichkeit einer PID wird nach Ansicht von Schlatt dazu führen, dass sich mehr Eltern gegen ein Kind mit einem Down-Syndrom entscheiden werden. “Es ist einfacher, sich gegen das Einsetzen einer Eizelle mit Genschäden zu entscheiden, als für eine Abtreibung.“ Die Gefahr, dass die PID als Methode zur Erzeugung von “Designer-Babys“ missbraucht wird, schließt Schlatt aus. “Der BGH hat eindeutig klargestellt, dass es nur bei schwerwiegenden Krankheiten angewandt werden darf. Verhalten und Haarfarbe eines Kindes spielen keine Rolle.“

dpa

zurück zur Übersicht: Politik

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Kommentare

51.964711,7.628496

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

2b6OLevAhovrMmzDsHYG00X0bHH_XJETgp7390yFjjs.http://www.soester-anzeiger.de/media/videos/5840422800158243240001

Letzte 7 Tage: Meist gelesen

  • Artikel
  • Fotostrecken
  • Themen

Wirtschaft & Finanzen

Berichte: Israel könnte Iran im Frühjahr angreifen

Ajatollah warnt USA und Israel vor Iran-Angriff

Tel Aviv - Im Streit um das iranische Atomprogramm wird der Ton immer schärfer. Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, warnte am Freitag die USA und Israel eindringlich vor einem Krieg.Mehr...

Artikel lizenziert durch © soester-anzeiger
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.soester-anzeiger.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper