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Tierschutz macht Delikatesse Hummer teurer

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RECKLINGHAUSEN - Seit Jahren beklagen deutsche Tierschützer, dass Hummer auf dem Weg zum Kochtopf unnötig leiden müssen. Jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen.

© Foto: dpa

Gefesselte Hummer, das soll nicht mehr sein. Die Länder arbeiten derzeit an neuen Richtlinien im Sinne des Tierschutzes.

Die Behörden der Bundesländer arbeiten an gemeinsamen Richtlinien, was die Haltung der lebenden Delikatessen in den Wasserbecken von Händlern betrifft. Das berichtete gestern das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen.

„Es gibt noch Streit über einige Formulierungen“, erläuterte ein Behördensprecher. Grundlage der Verhandlungen ist ein Merkblatt des bayerischen Landesamtes für Gesundheit. Demnach müssen „alle Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden“. In dem Papier heißt es weiter: „Das regelmäßige Zusammenbinden der Scheren verhindert zwar Kannibalismus, macht aber auch ein artgemäßes Verhalten unmöglich.“ In diesem Punkt liegt nach den Worten des Sprechers der Knackpunkt. „Es geht einfach darum, dass bisher 30 Tiere in ein Aquarium geschmissen werden und damit das klappt, werden eben die Scheren zusammengebunden. Klar, dass Naturschützer da rebellieren.“

Wenn die Händler den Empfehlungen folgen und beispielsweise größere Becken anschaffen, werden die Preise für Hummer voraussichtlich steigen. Das sei den Ländern durchaus bewusst, sagte der Sprecher. „Aber ein Hummer ist kein Grundnahrungsmittel wie Brot. Es trifft also keine Hartz-IV-Empfänger, bei denen man auf jeden Cent achten müsste, sondern Leute, die das dann auch zahlen können.“

Zuletzt hatten sich in Deutschland Strafanzeigen von Tierschützern gehäuft. Unter anderem war eine Handelskette aus Münster wegen „tierschutzwidriger Haltungsbedingungen“ angezeigt worden. Weil das Strafgesetzbuch aber nur dann Tierquälerei gegeben sieht, wenn ein Wirbeltier leidet, nahm der Fall den Weg durch die zuständigen Ämter. - dpa

Quelle: wa.de

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