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Licht und Schatten beim „Music Discovery Project“ des hr-Sinfonieorchesters in der Frankfurter Jahrhunderthalle

Wagners „Ring“ in kleinen Häppchen

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Frankfurt - Seit 2007 bemüht sich der Hessische Rundfunk heldenhaft, die junge Generation zur Klassik zu locken. „Music Discovery Project“ heißt der alljährliche Versuch, unterschiedliche musikalische Welten aufeinanderstoßen zu lassen. Von Dirk Fellinghauer

© hr/Roth

Ganz Schön Feist boten mehrstimmigen A-Capella-Gesang.

In der vollbesetzten Jahrhunderthalle hatte man sich Großes vorgenommen. Es galt, Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ schmackhaft zu verabreichen. Mit der Nachricht, dass das Gesamtkunstwerk eigentlich „16 Stunden am Stück, ohne Werbepause“ dauern würde, schockte Daniel Boschmann zur Begrüßung. Der Moderator der Jugendwelle YOU FM konnte aber für die Veranstaltung unter dem Motto „Feiste Götter – Wahre Helden“ beruhigen: „Heute ist alles ein wenig anders. “.

Was Wagner selbst anging, war der Abend gar nicht mal so anders. Entscheidende und markante Stücke aus dem Zyklus, wie etwa das Vorspiel aus „Das Rheingold“, der „Ritt der Walküren“ oder „Siegfrieds Rheinfahrt“ aus „Götterdämmerung“, wurden während des zweistündigen Programms in werktreuer Manier gespielt. Das hundertköpfige hr-Sinfonieorchester wurde nach der krankheitsbedingten Absage von Chefdirigent Paavo Järvi auch vom kurzfristig eingesprungenen jungen Spanier José Louís Gómez souverän geleitet. Multimedial musste es schon zugehen, das Orchester spielte unter einem riesigen Ring, auf den allerhand projiziert wurde.

Um das Publikum nicht zu überfordern, gab es zwischendurch wechselnde Gastauftritte. Der Schweizer Stimmkünstler Martin O. war die Entdeckung des Abends. Allein mit seiner wandlungsfähigen Stimme schuf er faszinierende und geistreiche Momente. Seine Beiträge hatten Witz, strotzten vor Ideen und lieferten tatsächlich „Kommentare“ zu Wagners Werk, entsprachen also der Grundidee der Reihe und sorgten für Bereicherung, Grenzüberschreitung und Austausch.

Was die in ihrem Metier der „Popacapellacomedy“ zweifelsohne versierten Herren von Ganz Schön Feist in diesem Rahmen verloren hatten, erschloss sich nicht. Bezüge zu Wagner wurden mühsam an den Haaren herbeigezogen. Ansonsten gaben sie Stücke, Stückchen, Witze und Witzchen zum Besten, deren Kernzielgruppe wohl eher die zahlreichen begleitenden Eltern oder gar Großeltern der jungen Konzertgäste waren. „Es ist gut, wenn du weißt, was du willst, wenn du es nicht weißt, ist es nicht so gut“ hieß es in einem Song, der auch zur Zugabe nochmal herhalten musste. Irgendwie schienen die Zeilen programmatisch für den Abend, an dem man sich trotz bester Absichten und gelungener Ansätze doch mehr Konsequenz und Originalität in der Umsetzung gewünscht hätte.

Quelle: op-online.de

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