Superbanner

Mittelalter-Schriftsteller Eberhard Horst ist tot

Mittelalter-Schriftsteller Horst ist tot

    • recommendbutton_count100
    • 0
    • 0

München - Der Schriftsteller Eberhard Horst ist tot. Der Autor starb am Mittwoch im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Gröbenzell bei München.

© Claassen

Das Buchcover von "Heloisa und Abaelard"

Dies teilte sein Sohn der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag mit.

Der Autor brachte in spannenden und einfühlsamen Biografien das Mittelalter einem großen Publikum nahe.

Der letzte Erfolg des Autors war Anfang 2004 “Heloisa und Abaelard“, eine mittelalterliche Liebesgeschichte zwischen einem Philosophen und einer Äbtissin. Darin richtete Horst seinen Blick vor allem auf den Konflikt zwischen irdischer und göttlicher Liebe.

Exzellent recherchiert und spannend geschrieben - das zeichnete die Bücher Horsts aus. Nach ersten Erfolgen als Reiseautor erzielte der gebürtige Düsseldorfer 1975 mit der Biografie “Friedrich, der Staufer“ seinen Durchbruch und gelangte über Nacht zu Bestseller-Ruhm. Beflügelt durch die damalige große Stuttgarter Staufer-Ausstellung stieß das Werk über den letzten großen deutschen Kaiser des Mittelalters auf breites Interesse. Eine Erstauflage musste schon nach wenigen Wochen nachgedruckt werden, Ende 1980 waren 80 000 Exemplare der Original-Ausgabe verkauft.

Der Einklang von authentischer Mitteilung und einfühlsamem Erzählen prägte auch die folgenden Lebensbeschreibungen wie die über Julius Caesar (1980) oder Konstantin den Großen (1984). Vor einigen Jahren erschien Horsts Biografie der für ihre Heilkunde berühmten Benediktinerin Hildegard von Bingen. Er zeichnete das Porträt einer mutigen und faszinierenden Frau, die ihre modernen Ideale und Visionen gegen die Mächtigen ihrer Zeit verteidigte.

Horst wurde 1924 als Sohn eines Düsseldorfer Kaufmanns geboren. Das Abitur machte er 1947 in einem französischen Kriegsgefangenenlager, später studierte er Philosophie und Theologie sowie Germanistik und Theaterwissenschaften. Anfang der 1950er Jahre leitete Horst die Studiobühne der Universität München. Auch seinen Sohn Titus zog es später ans Theater. Seit 1956 war Horst als freier Schriftsteller und Literaturkritiker tätig, verfasste auch Hörspiele und Fernsehstücke und machte sich als Reiseautor einen Namen. Der mit dem Bundesverdienstkreuz und mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autor war auch Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

dpa

zurück zur Übersicht: Kultur

Regeln fürs Kommentieren:
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.

Kommentare

Kino

Kinostart Der Diktator Filmkritik

"Der Diktator": So derb ist Borats neuer Film

Berlin - Sacha Baron Cohen ist bekannt für seinen derben Humor, der manchmal an die Grenzen des guten Geschmacks geht. In "Der Diktator" macht er seinem Ruf wieder alle Ehre, wie schon der Kinotrailer zeigt.Mehr...

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

2b6OLevAhovrMmzDsHYG00X0bHH_XJETgp7390yFjjs.http://www.soester-anzeiger.de/media/videos/5840422800158243240001

Aus aller Welt

Die Situation Kunst in Bochum zeigt „Von Thangka bis Manga“

Die Situation Kunst in Bochum zeigt „Von Thangka bis Manga“

Von Ralf Stiftel ▪ BOCHUM–Übergroß ruht Buddha auf seinem Lotosthron in einer weiten Gebirgslandschaft. Er ist umgeben von Gottheiten, die um Erleuchtung für alle Menschen bitten, schwebenden Buddhas auf Wolken und seinen Lieblingsjüngern. Dieses tibetanische Thangka wurde im 19. Jahrhundert gemalt, damit der Stifter unmittelbaren Kontakt zum Religionsstifter aufnehmen konnte. Aber auch ohne diesen spirituellen Hintergrund berührt die detailreiche Gestaltung den Betrachter sofort.Mehr...

Letzte 7 Tage: Meist gelesen

  • Artikel
  • Themen
Wer verführte wen? Szene aus „Muttermale Fenster Blau“ mit Lisa Schlegel und Ronald Funke ▪

Salzmanns „Muttermale Fenster blau“ bei den Ruhrfestspielen

Von Edda Breski ▪ RECKLINGHAUSEN–Der Skandal in dieser Geschichte geht so mühelos über die Bühne, dass er fast keiner mehr ist. Marianna Salzmann hat für die Ruhrfestspiele ein Inzestdrama geschrieben. Dafür hat die 27-Jährige den Kleist-Förderpreis (7500 Euro) erhalten, den das Festival und die Stadt Frankfurt an der Oder vergeben. Im Theaterzelt in Recklinghausen wurde „Muttermale Fenster Blau” in einer Inszenierung des Staatstheaters Karlsruhe gezeigt; dort wird das Stück ab Ende Mai gezeigt.Mehr...

Artikel lizenziert durch © soester-anzeiger
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.soester-anzeiger.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper