Offenbach - Es ist alles bestens. Laith Al-Deen ist gut aufgelegt. Ebenso seine vierköpfige Band. Das Offenbacher Capitol ist voll. Eröffnet von einem Blitzgewitter und einem in diabolisches Rot getauchten Sänger, reihen sich Stücke wohlklingend aneinander. Von Anke Steinfadt

© Georg
Machen an den Saiten gemeinsame Sache: Frieder Gottwald, Ole Rausch und Laith Al-Deen.
Laith Al-Deens facettenreiche Stimme ist live angenehm rau und prägnant. Das Publikum geht mit. Doch will der Funke nicht vollends überspringen, zumindest im ersten Teil der Show, in der der Deutsch-Iraker vorwiegend Stücke seines aktuellen Albums „Der letzte Deiner Art“ präsentiert.
Laith Al-Deen, mit Elvis-Tolle, dicken Kotletten und langem Kinnbart, gibt sich selbstbewusst. Seit rund zwölf Jahren ist er erfolgreich im Geschäft. Sieben Alben hat er veröffentlicht, von denen vier mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurden. Er ist sich seiner treuen Fans bewusst und spricht mit ihnen, als würde man in kleiner Runde am Tresen einer Eckkneipe stehen. Gleich zu Anfang gibt er praktische Tipps: „Wenn ihr filmt, muss der Pegel stimmen, sonst klingt es furchtbar.“ Später wendet er sich mit Kennenlern-Ratschlägen an die Singles im Raum, denen er „Alles an dir“ widmet. Dass zwischendrin eine junge Frau „Laith, ich will ein Kind von dir“ ruft, wundert da kaum. Der Sänger, in zwei Wochen 40 und seit 2007 verheiratet, nimmt es mit Humor.
Das Konzert setzt auf den Kontrast von knalligen Effekten und ruhigen Momenten. Eine tolle Wirkung erzielen in Echtzeit gefilmte Schwarzweißbilder der Musiker, die zur aktuellen Single „Sicher sein“ im Bühnenhintergrund großformatig projiziert werden. Übertrieben hingegen das hektische Lichtinferno, in dem sich ausgerechnet das sehr schön minimalistische und eindringlich vorgetragene Stück „Sterne“ entlädt.
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