Frankfurt - Kaum haben die Zuschauer im Großen Saal der Frankfurter Alten Oper ihre Plätze gefunden, wird es dunkel und Ulrich Tukur stürmt auf die Bühne, scherzt über die semmelblonde Perücke auf seinem Kopf, über den altmodischen Schnitt seines Anzugs, bis ein Hund mit umgebundenem Pelzkragen auftaucht und wenig spektakuläre Kunststücke zeigt. Von Anke Steinfadt
Inzwischen haben drei weitere Herren an den bereitstehenden Instrumenten Platz genommen und Tukur, der neuerdings auch „Tatort“-Kommissar ist, sitzt am Flügel. Gemeinsam spielen sie den 30er-Jahre-Klassiker „Ein Señor und eine schöne Señorita“. Willkommen in der wundersamen Welt von Ulrich Tukur & den Rhythmus Boys.
Die Rhythmus Boys, das sind Ulrich Mayer an der Gitarre, Günter Märtens am Kontrabass und Kalle Mews am Schlagzeug, die mit übertrieben ernsthafter Miene ihre Instrumente meisterlich bedienen und als pointierte Sänger sowie vielseitige Komödianten auftreten. Mayer, mit Pomade und Heinz-Ehrhard-Brille, hält als „Dr. Dr. Dr.“ einen haarsträubenden Vortrag. Der Zwei-Meter-Mann Märtens vollführt zu „Im Harem sitzen heulend die Eunuchen“ einen 1A-Bauchtanz. Mews glänzt als Tierstimmen-Imitator zu „Bongo Bongo“ und gibt sich für alle Arten politisch unkorrekter Blödeleien her. Leichtfüßig springt das Programm zwischen Noblesse und Klamauk hin und her. Fundierte Ansagen zur Herkunft einzelner Stücke und erstklassig gespielte Schlager vergangener Dekaden wechseln mit abstrusen, zum Teil in breitem Hessisch vorgetragenen Anekdoten und sagenhaftem Klamauk.
Die Zwischeneinlagen strotzen nur so vor Fantasie. Höhepunkt sind „Die drei Pölser“, eine „dänische Kraftakrobatentruppe“ in rot-weißer Turnkleidung, später in albernen Raumanzügen. Sie vollführen irrwitzige Figuren und erzeugen Bilder, die man so schnell nicht vergisst.
Quelle: op-online.deRubriklistenbild: © Gabi Schoenemann/pixelio.de


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