Blaue Augen, süße Songs: Taylor Swift in Oberhausen

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    • 13.03.11
    • Kultur NRW
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Blaue Augen, süße Songs: Taylor Swift in Oberhausen

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Von Andreas Sträter ▪ OBERHAUSEN–Irgendwann am Abend streckt Taylor Swift die Hände über dem Kopf zusammen und formt ein Herz. Es ist eine Liebeserklärung an ein Land und seine Fans.

Bezauberte die Fans in der Arena Oberhausen: US-Country-Star Taylor Swift. ▪

© Kenzler

Bezauberte die Fans in der Arena Oberhausen: US-Country-Star Taylor Swift. ▪

Während ihres ersten Deutschlandkonzertes im Rahmen ihrer „Speak Now“-Welttournee in der Arena Oberhausen muss sie immer wieder pausieren. Dann rollt sie erstaunt ihre stechend blauen Augen und scheint beeindruckt von dem Jubel ihrer Fans. 7000 Zuschauer sind dem Ruf ihres einzigen Konzertes auf deutschem Boden gefolgt. Das ursprünglich für Montag geplante Konzert in München wurde abgesagt. Hierzulande ist die schöne Blonde noch nicht so populär. Zuhause in den Vereinigten Staaten spielt sie in einer Liga mit Justin Bieber. Dabei erinnert ihre Musik eher an LeeAnn Rymes oder Shania Twain.

Als der Riesenvorhang fällt, gibt Taylor Swift einen Vorgeschmack auf das, was ihre Fans in den nächsten 90 Minuten erwarten dürfen: eine bombastische Entertainment-Show amerikanischer Art mit Luftballonregen, Konfetti, spektakulären Lichteffekten – und einem vierfachen Kleidertausch. „Sparks Fly“ heißt der Eröffnungstitel, Taylor Swift wippt fröhlich über die Bühne und das vorwiegend junge Publikum skandiert: „Taylor! Taylor! Taylor!“ Dann wieder dieses Lächeln. Dieser rote Mund. Diese goldblonden Locken. Die schüttelt sie zur zweiten Nummer „Mean“ wie ein wilde Löwin vor und zurück und tanzt dabei ihre Musiker an. Ihr Kleid sieht aus, als hätte sich die Designerin bei der Materialwahl auf goldenes Lametta beschränkt. Wie ein glitzernder Tannenbaum singt die extrem dünne Sängerin dann von Liebe, Leidenschaft und vom Verlassenwerden. „Back To December“ ist so ein Lied, das diese Gefühle vereint. Die überdimensionale Leinwand verliert zu den puristischen Klängen an Farbe, es regnet digitaler Sternenschnee.

Nach diesen ruhigen Minuten wagt Swift ein kleines Abenteuer. Sie taucht unter in den Menschenmassen und auf einer kleinen Minibühne wieder auf. Taylor Swift folgen hunderte Fans zur Bühne. Dieser Wechsel löst eine kleine Massenwanderung in der Halle aus. Auf der neuen Bühne greift die Vollblutmusikerin erst zur E-Gitarre, schnappt sich die Ukulele und trällert ihren Hit „Fearless“. Zwischendrin tönen Klänge aus der Hawaii-Version von „Somewhere Over The Rainbow“. Das hört sich richtig gut an. Die Countrypopsängerin gibt Druck, das Publikum klatscht entzückt.

Die Dramaturgie der Show ist berechnend komponiert, atmosphärisch jedoch bemerkenswert. Auch der Teenager-Zeitgeist muss in dem oft sterilen Geschäft mit jungen Musikern erst einmal getroffen werden. Auf den Gängen geht es während des Auftritts eher gemächlich zu. Statt Bier fließt Limonade, dazu gibt es Popcorn und Gummibärchen. Das passt zu der 21 Jahre alten Sängerin, die keinen Alkohol trinkt und nicht raucht. Sex vor der Ehe, ein Tabu für Taylor Swift.

Auch auf der Bühne geht es in eine klinisch reine Welt: Im neuen Kleid verzaubert sie ihre Fans mit der zuckersüßen Ballade „Enchanted“. Über die große LCD-Bildfläche flimmert ein Zauberwald mit magischen Büschen und pinkfarbenen Bäumen. Den Titel „Speak Now“ spielt sie im babyblauen Retrokleid und weißen Handschuhen. Die amerikanischen Entertainment-Spezialisten lassen dazu Ballons von der Decke fallen – in Babyblau. Sie möchte die Fans mit diesem Lied mitnehmen in eine andere Zeit, vielleicht aber auch mit nach Nashville, in die Hauptstadt der Countrymusik. Mit Countrypop ist Swift zu einem internationalen Superstar gereift und vor allem in den USA und Asien ein Topstar: 85 Shows in 18 Ländern bewältigt die Sängerin während ihrer aktuellen Tournee. Die vierfache Grammy-Gewinnerin Taylor Swift gilt als bestverkaufende digitale Künstlerin der Musikgeschichte und platzierte mehrere Nummer-Eins-Hits in den Pop-Charts. Viele Fans würden sich sicherlich auch gerne den Auftritt aus Oberhausen runter laden.

Quelle: wa.de

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