Frankfurt - Eine Musik der Entfesselung, ein wilder Tanz, von der Kirche bekämpft und von der Obrigkeit verboten: Das war die „Folia“ in der frühen Neuzeit. Von Axel Zibulski
In der Musik des Barock wurde sie zu einer beliebten musikalischen Themen-Vorlage, zum Beispiel für den exzentrischen französischen Komponisten Marin Marais, um eine Generation älter als Johann Sebastian Bach. Cellist Jean-Guihen Queyras ließ zu Beginn seines Konzerts im Mozart-Saal der Alten Oper Musik eben dieser beiden Komponisten pausenlos aufeinander folgen.
Hauptwerk des Abends der Bachkonzerte war die Sonate F-Dur op. 99 für Violoncello und Klavier von Johannes Brahms. Gerade ihr Kopfsatz wirkt mit seinen weiten Intervallen gern wuchtig – freilich nicht bei Queyras und seinem so unbeschwert wie flexibel korrespondierenden Klavierpartner Alexandre Tharaud. Denn Queyras’ enorme Wendigkeit, seine Geschmeidigkeit und zugleich äußerste Präzision garantierten eine höchst beglückende, niemals erdige Interpretation. Eine Schubert-Bearbeitung und Fritz Kreislers „Liebesfreud“ waren die ebenso aparten Zugaben.
Quelle: op-online.deRubriklistenbild: © dpa


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