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Das Frankfurt Jazz Trio ließ die Romanfabrik locker swingen

Uneitle Virtuosen

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Frankfurt - Der stilistische Ansatz des Frankfurt Jazz Trios ist zwar traditionsbewusst – biederer musikalischer Konservativismus lässt sich den Musikern um Schlagzeuger Thomas Cremer nicht nachsagen. Von Stefan Michalzik

Viel zu vital und zu eigenständig bewegen sie sich in den Gewässern des modernen Mainstreams, mit einer vollends zwanglosen Freiheit.

Frankfurt Jazz Trio: Die Wahl eines solchen Namens könnte sich als uneinlösbare Hypothek erweisen. Denn dafür braucht es Musiker von außergewöhnlichem Format – wie sie hier versammelt sind. Das 1998 gegründete, seit 2001 beständig in gleicher Besetzung spielende Ensemble, das in der Frankfurter Romanfabrik gastierte, knüpft auf seine Weise an den hohen Standard an, den die mythenumwobene Nachkriegsszene der damaligen Jazzhauptstadt Deutschlands gesetzt hatte, anfänglich auch noch personell beglaubigt durch die Präsenz des zur Gründungsbesetzung gehörigen Bassisten Günter Lenz, einem langjährigen Weggefährten von Albert Mangelsdorff.

Nach wie vor setzt sich das Frankfurt Jazz Trio vorwiegend mit der kompositorischen Überlieferung auseinander. Auf seinen bislang drei Alben arbeiteten sie sich vom Swing und Blues bis zur klassischen Jazzmoderne vor. Das Konzertrepertoire reichte von Dizzy Gillespie und Earl Hines, einem der Begründer des modernen Jazzpianos, bis zu John Abercrombie und Michel Petrucciani, mit Abzweigungen zu vom Jazz umgewidmeten Schlagernummern von Hoagy Carmichael und Cole Porter sowie dem amerikanischen Filmkomponisten Johnny Mandel.

Das hervorstechendste Merkmal: Die Musik swingt mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Die an den Fingern einer Hand abzählbaren eigenen Hervorbringungen stammten ausschließlich von dem Pianisten Olaf Polziehn, dem Arrangeur des Trios. Immer wieder lässt Polziehn, Jazzprofessor an der Musikhochschule in Graz, momentweise eine Affinität zum musikalischen Impressionismus erkennen. Neben Debussy ist besonders Ravel ein wichtiger Bezugspunkt; Earl Hines und Bill Evans markieren die genuine Jazzseite. Das bei aller Beherztheit weiche Spiel des Bassisten Martin Gjakonovski ist Antriebspuls und Ruhepol in einem. Thomas Cremer, der viel mit den Besen spielt, schlägt aus der Zurücknahme eine enorme Präsenz.

Spieltechnische Virtuosität ist selbstverständlich, darum geht es aber nicht. Der Drang zur exzessiven Selbstdarstellung liegt ihnen sämtlich fern. Frankfurt Jazz Trio: Dieser Anspruch ist nicht zu hoch gegriffen.

Quelle: op-online.deRubriklistenbild: © archiv

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