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Alte-Oper-Intendant Michael Hocks verabschiedet sich in den Unruhestand

Impresario eigener Art

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Frankfurt - In Österreich wäre er längst Professor. Michael Hocks, Impresario besonderer Art, ist in der Alpenrepublik geboren, aber Deutscher mit russischen Wurzeln. Von Klaus Ackermann

© Anna Meuer/Alte Oper Frankfurt

Nach mehr als 13 Jahren an der Spitze hinterlässt Michael Hocks ein wohlbestelltes Haus.

13 Jahre hat er als Intendant die Alte Oper geleitet, mit hochkarätigen Konzerten und Veranstaltungen das Publikum an den Musentempel gebunden – und die eminenten Kosten im Griff gehabt. Jetzt geht Hocks, der dem Musikmanagement neue Impulse gab, in den Unruhestand. Stephan Pauly, bislang künstlerischer Leiter der Stiftung Mozarteum Salzburg, übernimmt am 1. März.

Mitten in der Saison ist er 1998 eingestiegen, erinnert sich Hocks, zuvor elf Jahre Intendant der Jahrhunderthalle, davor Musikdirektor der Hamburger Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. „Um ein Haus wie die Alte Oper zu führen, muss man Generalist sein und vor allem ein klares Konzept haben“, sagt der Jurist, der gern im Hintergrund die Strippen zieht und diplomatisches Geschick beweist. Schließlich wollte er mal Botschafter werden, entschied sich aber für die Konzertdirektion Hans Ulrich Schmid in Hannover, bei der er zum Mitinhaber aufstieg.

„Starke Abonnements, keinerlei Kompromisse bei der künstlerischen Qualität und langfristige Planung“ waren Hocks Vorgaben, die er einzulösen verstand. Orchester- und Samstagsabendkonzerte, Kammerkonzerte, Neue Musik mit dem Ensemble Modern, aber auch ein Blick zurück, nicht nur bei den Bachkonzerten, sowie „Heitere Muse“ und Liederabende (die später dem Rotstift zum Opfer fielen) hat er aufgelegt.

Beim „Auftakt“ etablierte der Intendant Komponisten- und Interpreten-Porträts – Hans Werner Henze, Pierre Boulez sowie die Pianisten Alfred Brendel und Christian Zacharias oder Geigerin Anne-Sophie Mutter sind große Namen, die sich zu Saisonbeginn vorstellten. Am „Auftakt“ beteiligen sich Museums- und hr-Sinfonieorchester, neben Pro Arte auch mit Abonnementkonzerten.

Glückliche Hand bei Sponsoren

Mit Sponsoren hatte der sympathische Intendant eine glückliche Hand. Ob Gesellschaft der Freunde oder Unternehmen: 18,38 Millionen Euro hat Hocks gesammelt. Kaum ein Weltklasse-Orchester von den Berlinern bis London Philharmonic, das nicht bei den Helaba Classicnights begeisterte. Daneben gibt es die Youngclassics mit der Jungen Deutschen Philharmonie oder demnächst mit dem Waseda Symphony Orchestra.

Stolz ist Hocks auf den mit Musikverleger Karl Rarichs initiierten Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti. Mit Jazz, Musical, Stomp, Schwanensee on Ice oder Kindertheater hat er keine Berührungsängste, „wenn die Qualität stimmt“. Aus musikalischem Elternhaus, hat er das Klavierspiel früh erlernt. Dass er sich fürs Musikmanagement entschied, resultiert aus Selbsterkenntnis: „Meine Leistung als Pianist wusste ich schon immer brillant einzuschätzen!“

„Vor allem Ruhe“ wünscht sich der Konzertmacher. Sein Häuschen im Rheingau will er genießen, auf Reisen gehen. „Richtung Mittelmeer“, sinniert der Feinschmecker mit Vorliebe für italienische Küche. Kaum glaublich, dass der Hans Dampf in vielen Gassen schnell den Schalter umlegen kann. Warum auch? Er sollte sein Knowhow in Musikmanagement weitergeben, mittlerweile ein Studienzweig. Dann klappt’s vielleicht mit dem Professor...

Quelle: op-online.de

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