Frankfurt - Vor allem auf Tastendonner verflachte Khatia Buniatishvili ihre Auseinandersetzung mit Franz Liszts Klaviersonate h-Moll. Von Axel Zibulski
Buniatishvilis Ahnungslosigkeit vom Lyrischen, wie sie sich in den langsamen Abschnitten der Liszt-Sonate abgezeichnet hatte, bestätigte sich in der Interpretationen dreier Lieder von Franz Schubert, wie sie Franz Liszt für das Klavier adaptiert hat. Das weltentrückte „Ständchen“ aus dem „Schwanengesang“ klang naiv wie ein alpines Liedchen, Gretchens Spinnrad ratterte mechanisch, und dass der „Erlkönig“ kein Poltergeist ist, sondern sein Opfer mit täuschender Lieblichkeit umschmeichelt, schien ihr völlig entgangen zu sein. Nur wer enthemmte Tastengewalt mit Virtuosität verwechselt, mag an ihrer Sicht auf Igor Strawinskys „Petruschka“ seine Freude gehabt haben – auf eine Differenzierung der Farben, des Klangs, auf ein Spiel mit Witz oder in plastischen Bildern hatte man ohnehin nicht mehr zu hoffen gewagt.
Quelle: op-online.deRubriklistenbild: © Archiv
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