WERL - Da wurde das Kesselhaus selbst zum architektonischen Kunstwerk. Im alten Heizwerk an der Lindenallee wurde am Sonntag die Ausstellung „Werlart“ eröffnet. Rund 100 Besucher waren der Einladung der Büdericher Künstlerin Dorothee Weber gefolgt.

Die Einführung zur Ausstellung hielt Jürgen Drepper.
Selbst, wer das markante Gebäude im Werler Westen noch nicht kannte, hatte keine Probleme, es in der Dunkelheit zu finden. Der Lichtkünstler Wolfgang Flammersberg hatte die Halle buchstäblich in ein neues Licht getaucht. Purpur erstrahlten die großen Fensterflächen unter dem Dach des Kesselhauses. Vor Ort wurden die Besucher von einer Atmosphäre überrascht, wie sie in Werl bisher nicht bekannt war.
Es sei einfach Tradition, dass eine Kunstausstellung durch Sprache und Musik eröffnet wird. Für den „richtigen Ton“ sorgte das Klarinettentrio Werl, die Worte lieferte Jürgen Drepper. „Offensichtlich besteht die Hoffnung, Sprache verdeutliche unterstützend darstellende Kunst“, so Drepper. Auch die „stille bildende Kunst“ würde nach der Sprache der Worte verlangen. „Jede Generation interpretiert im Kontext ihrer Zeit, ein Werk erlebt seine oft wechselvolle Rezeptionsgeschichte“, so Drepper. In diesem Verlauf könnten Werke zu Klassikern erklärt werden. Und die Frage, wozu Kunst? Jürgen Drepper zitierte hier John Cage: „Ich möchte sie durch keine Antwort verderben“.
Anschließend servierte der Gastredner eine Melange aus Zitaten von Dichtern wie Goethe, Eichendorff und Hölderlin. Für die Ausstellung „Werlart im Kesselhaus“ hatte Dorothee Weber neben ihrer Schwester Annette Weber-Vinkeloe, Tam Uekermann, Harald Becker, Ute Hoeschen, Johannes Dröge, Edda Tubbesing und Claudia Reichelt gewinnen können. Mit einem bunten Programm geht die „Eröffnungswoche“ weiter.
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