WELVER ▪ Aus der Traum: Eine Sekundarschule in Welver wird es nicht geben. Dies ist das indirekte Ergebnis der Elternbefragung, die am Mittwoch Abend im Schulausschuss der Gemeinde Welver präsentiert wurde.

75 interessierte Eltern von Viertklässlern hätte die Gemeinde vorweisen müssen, um einen aussichtsreichen Antrag an die Bezirksregierung stellen zu können – schon im Vorfeld war klar, dass dies bei insgesamt nur etwas mehr als 100 Grundschulabgängern schwierig bis unmöglich werden würde. 51 lautete das Ergebnis am Ende bei einer Quote von 86 Prozent zurückgebrachter Fragebögen. Hochgerechnet auf 100 Prozent kämen zwar noch einmal drei hinzu, aber „das sind mit Abstand keine 75“ brachte es Fachbereichsleiterin Heike Grümme-Kuznik auf den Punkt.
Ungeachtet der zu niedrigeren Zahlen könnte die Gemeinde nun dennoch zunächst einen Antrag an die Bezirksregierung stellen – hierüber muss der Rat am 14. Dezember entscheiden, davor wird auch im Hauptausschuss noch einmal diskutiert. Grümme-Kuznik appellierte jedoch, aus Rücksicht auf die Eltern auch politisch klare Signale zu geben, dass eine Sekundarschule nicht zustande kommen werde: „Denen muss deutlich gesagt werden, was los ist.“
Da die Hauptschule nun Hauptschule bleibt, ließ eine weitere vorgestellte Zahl aufhorchen: Im Rahmen der Sekundarschulbefragung wurde abgefragt, auf welchen Schultyp die Eltern ihr Kind schicken würden, wenn es keine Sekundarschule gäbe. Hier war nur in fünf Fragebögen Hauptschule als Antwort angekreuzt. „Da kann man klar den Trend erkennen, dass dieser Schultyp nicht mehr nachgefragt wird“, so Grümme-Kuznik, die aber gleichzeitig davor warnte, diese Resultate mit den Zahlen der tatsächlichen Anmeldung im Februar zu verwechseln: „Wir dürfen nicht voreilige Schlüsse zu ziehen.“ Immerhin hätten sich über 50 Eltern für eine mögliche Sekundarschule Welver interessiert. Hier sei es durchaus zu erwarten, dass einige sich doch für eine Hauptschule Welver interessierten, weil sie am Ort liege. Ähnlich sah dies auch Hauptschul-Rektor Reinhard Engler: „Wenn man die Fragestellung betrachtet, würde ich dem Ergebnis keine allzu große Bedeutung beimessen.“
Erst im Februar sollen demnach auch weitere Planungen anlaufen, wie mit der Hauptschule weiter zu verfahren ist, erklärten Gemeindeverwaltung und Schulleitung am Tag nach der Sitzung. „Wir haben das Signal aus Arnsberg, dass auch eine einzügige Hauptschule weiter genehmigt werden würde“, so Engler. Die Entscheidung liege aber natürlich bei der Gemeinde als Schulträger. Grümme-Kuznik verwies darauf, dass es kein vorgeschriebenes Verfahren im Schulgesetz gebe, dass dazu zwinge, eine Schule auslaufen zu lassen. Besonders, wenn keine Klasse zustande komme, müsse man diese Möglichkeiten aber in Betracht ziehen. „Die anderen Gemeinden werden unsere Schüler sicherlich mit offenen Armen empfangen“, so Engler mit Galgenhumor. „Hoffentlich ist das dann nicht der Anfang vom Aussterben einer Gemeinde.“ ▪ tob
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