WARSTEIN ▪ Es war eine bezeichnende kleine Randbemerkung: Als Stefan Enste als Geschäftsführer des Bilsteintalvereins gefragt wurde, was geplant sei zum Jubiläum der 125-jährigen Entdeckung der Bilsteinhöhle, wandte sich ihm Albert Cramer zu und hakte nach:

„Haben wir da etwas Besonderes vor?“ Deutlicher konnte die Identifizierung des Brauereichefs mit dem Verein nicht werden.
Albert Cramers persönliches Interesse an einer positiven Entwicklung des Freizeit- und Erholungsparks wurde bei diesem Treffen sehr deutlich. Er lobte ausdrücklich die bisherige Arbeit des Vereins und die Kompetenz des Vorstandes, der das Thema unaufhaltsam vorantreibt. Ein erstes Aufeinandertreffen in dieser Angelegenheit fand am 24. Oktober 2011 statt, als sich abzeichnete, dass die Verhandlungen mit der INI wegen des Höhlentreffs ins Stocken geraten waren. Die Forderung der INI, den Hotelbetrieb aufrecht halten zu müssen, um auch an Fördergelder zu kommen, weil damit die Schaffung von Arbeitsplätzen verbunden gewesen wären, scheiterten am hohen Investitionsbedarf.
Der Bilsteintalverein hatte sich bis dahin stets zurück gehalten und betont, einem Gastronomiebetrieb, wie immer er sich auch darstellen würde, keine Konkurrenz machen zu wollen – gleichwohl wissend, dass solch ein Angebot an die Bilsteintalbesucher von elementarem Interesse ist. Das Zusammenkommen hat einen im Sinne beider Vertragspartner positiven Effekt auf die weitere Entwicklung: „Als wir der Stadt das frühere Schulungsheim abgekauft haben, wurde vereinbart, dass ein Teil der Kaufsumme in die Verbesserung der Infrastruktur gesteckt werden muss“, erinnerte Albert Cramer gestern. Und aus diesem Topf stehen noch 206 000 Euro zur Verfügung, berichteten Stephan Buschhoff, Immobilienverwalter der Brauerei, und Bilsteintalverein-Vorsitzender Rüdiger Brüggemann übereinstimmend. Im Rathaus sei auch bekannt, dass die Summe abgerufen werde.
„Wir müssen zusätzliches Interesse am Bilsteintal schaffen!“ zeigte sich Albert Cramer engagiert und erinnerte daran, dass vor 20 Jahren einmal ein Spitzenwert von 90 000 Besuchern im Jahr erreicht worden sei. Das sei aber kaum noch zu erreichen, meinte Stefan Enste, wobei im vergangenen Jahr gegenüber 2010 schon eine Steigerung um über zehn Prozent (von 26 000 auf 30 000 Besucher) erzielt worden sei. Eine „Zielgruppe“, die nach Warstein geholt werden müsse, seien die Kunden von Busreiseunternehmen. „Es gibt eine eigene Messe, wo Angebote für solche Reisegruppen gemacht werden. Da müssen wir auch hin und das Bilsteintal als Ziel ins Gespräch bringen. Busreisende sind oft reiche Rentner“, bot Albert Cramer an, das Marketing-Wissen der Warsteiner Brauerei zu nutzen. Auf jeden Fall möchte er versuchen, an einem der regelmäßigen Stammtische des Bilsteintalvereins im Alten Landtag teilzunehmen.
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