WARSTEIN - Drei Tage vor seinem 73. Geburtstag begeistert Heino die Massen. Als sein sonorer Bariton am Samstagabend in der St. Pankratius Kirche erschallt, warten fast 700 Fans auf das Erscheinen des Volkssängers.

© Foto: I. Schmallenberg
Heino trat mit dem Gloria-Quartett als Background-Chor auf.
Von Ingrid Schmallenberg
Er kommt von hinten aus dem Dunkel, schreitet langsam durch die Reihen und noch bevor er die Stufen zum Altar emporsteigt, um die Fangemeinde zu begrüßen, hat seine tiefe, raumgreifende Stimme auch den hintersten Winkel des Gotteshauses erfüllt.
Pfarrer Thomas Wulf erscheint erst im zweiten Teil des sakralen Konzertes. Der Gottesdienst in Hirschberg hatte seine Anwesenheit noch zu später Stunde gefordert. Er darf auf dem Ehrenplatz in der ersten Reihe, direkt neben Hannelore, Platz nehmen. Eigentlich, so Wulf, gehöre er ja nicht zur typischen Heino-Generation, dennoch sei er begeistert von der Freude, die der Sänger so vielen Kirchenbesuchern schenke.
In den Wochen vor der Veranstaltung seien die Organisatoren schon Mal belächelt worden. Doch er als Pfarrer nehme das Ergebnis der kirchlichen Studie zu den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen in der Gemeinde sehr ernst. „Das konservative Milieu ist hier überdurchschnittlich stark vertreten und wenn man sich die vielen Zuhörer heute Abend anschaut, lagen wir mit der Programmauswahl genau richtig.“
Auch im zweiten Teil interpretiert Heino Werke der größten Komponisten der Musikgeschichte auf seine ganz besondere Art. Ob mit Ludwig van Beethovens „Die Himmel rühmen“, Johannes Brahms „Guten Abend, gute Nacht“, oder Franz Schuberts „Ave Maria“, singt sich der blonde Barde direkt in die Herzen eines begeisterten Publikums. Nachdem er der Marienverehrung so breiten Raum gegeben hat, möchte er nun seiner geliebten Hannelore und gleichzeitig auch allen Frauen und Müttern die Ehre erweisen. Zu einer Tschaikowsky-Melodie singt er „Ein Lied nur für Dich“, steigt sogar von den Altarstufen herunter, ergreift die Hand seiner Angetrauten und schaut ihr zärtlich in die Augen. Im Umkehrschluss verteidigt sie ihn während der Pause, als sich Fans über die fehlende Autogrammstunde beschweren. „Dazu ist es in den Kirchen zu kalt, die Temperaturen könnten der Stimme schaden.“ Sie selbst gibt sich kommunikativ, plaudert mit den Gästen und sorgt höchstpersönlich dafür, dass zu spät Gekommene mit Programmen versorgt werden. Am Ende wendet sich Heino mit einer Bitte an seine „lieben Freunde“ – „ich darf doch Freunde zu euch sagen, oder?“ Sie alle sollen einstimmen in den Choral „Großer Gott wir loben dich“ und tatsächlich stehen die Angesprochenen auf, formieren sich zum mächtigen Massenchor und begleiten den Künstler zum großen Finale. Tosendem Applaus folgt der persönliche Abschiedsgruß des Künstlers: „Mir hat es viel bedeutet, Ihnen an diesem außergewöhnlichen Ort ein außergewöhnliches Programm präsentieren zu dürfen.“ In der Hoffnung auf ein Wiedersehen und „dass Gott uns auf allen Wegen beschützen und behüten möge“, verbleibt er mit den Worten: „Bis dahin, Ihr ergebener Heino.“
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