Superbanner

RP und Kreis mit Fachleuten im Ausschuss in Warstein

„Brühne soll wissen, dass wir ihn für unfähig halten!“

    • recommendbutton_count100
    • 0
    • 0

WARSTEIN ▪ Der gebürtige Warsteiner Rudolf Appelbaum blieb gestern die einzige „bürgerliche“ Stimme, die im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Wirtschaftsförderung das Wort ergriff, als der Vorsitzende Josef Wüllner (CDU) ein viertelstündiges Zeitfenster für Wortbeiträge der Zuhörer öffnete. Apfelbaum nutzte davon kaum eine Minute: „Es muss Schluss sein mit dem Steinabbau, die Grenze ist erreicht. Stein ist kein nachwachsender Rohstoff, der Abbau kann nur noch in der Fläche passieren. Wann ist damit Schluss in Warstein?“ Diese Frage blieb unbeantwortet, Josef Wüllner dankte lediglich noch für den disziplinierten Verlauf der Diskussion.

Alfred Bathe (r.) erläuterte die Abstände zwischen Steinbruchkante und den Gebäuden des Hofes Enste-Sieren. ▪

© Clewing

Alfred Bathe (r.) erläuterte die Abstände zwischen Steinbruchkante und den Gebäuden des Hofes Enste-Sieren. ▪

Es war um den Steinflug vom 2. Januar im Steinbruch Kupferkuhle der Firma Brühne gegangen, und die Ausschussmitglieder, zu denen sich viele weitere Rats- und Ausschussmitglieder als Zuhörer gesellten, ließen sich noch einmal ausführlich über Ablauf und Gutachten informieren. Mit Bernd Müller, Abteilungsleiter beim Regierungspräsidenten, und Winfried von Schröder, Dezernent beim Kreis Soest, waren ranghohe Beamte gekommen, jeweils in Begleitung weiterer Fachleute. von Schröder appellierte an die Versammlung, man solle das Problem konstruktiv lösen, wenn Steinflug letzten Endes auch nie ganz auszuschließen sei.

Zuvor hatte Alfred Bathe aus der Liegenschaftsabteilung der Stadt die Situation ausführlich dargestellt und verdeutlicht, dass auch das Wohnhaus der Familie Enste-Sieren bei 220 Metern Abstand von der Steinbruchkante noch innerhalb des Sicherheitskorridors liege. Dazu meinte von Schröder anschließend, dass der Bauer über diesen Umstand Bescheid wisse und beim Verkauf des Landes hingenommen habe, dass sich bei Sprengungen die Menschen auf dem Hof in Sicherheit bringen müssen. Das sei auch immer geschehen, und auch am 2. Januar sei die Firma Brühne ihrer Verpflichtung nachgekommen, vorher die Familie zu warnen.

Werner Braukmann (BG) kritisierte, dass jeder Steinflug in Warstein anders gewesen sei: „Das waren nette salbungsvolle Worte, aber wir alle können die Situation nicht mehr ertragen. Immer heißt es, niemand ist zu Schaden gekommen, und alles war ordnungsgemäß. Steine können fliegen - aber was, wenn jemand getroffen worden wäre?“ Sein Fraktionskollege Karl-Heinz Berghoff ergänzte: „Ihre Worte wären 2001bei der ersten Fehlsprengung akzeptabel gewesen, aber nicht mehr nach drei Fällen in fünf Jahren! Dann darf man nicht mehr sagen: Das kann passieren. Dann muss Schluss sein mit Sprengungen. So geht das nicht!“ Er erhielt den ersten Beifall, der aber auch der letzte blieb.

Abteilungsleiter Müller vom RP in Arnsberg betonte mehrfach, dass er „Laie“ sei, aber er wisse, dass in Warstein der beste Kalk in ganz Deutschland gewonnen werde. Ihm sei die Diskussion insbesondere um das Trinkwasser bekannt, aber die Politik mache die Situation nicht leicht: „Es gibt zuviel Dissens bei der Zuständigkeit. Es wäre einfacher, wenn nur eine Behörde zuständig wäre“. Einmal im Schwung bei seiner Werbung um „Verständnis“, machte er das Versprechen, dass die Ausschussmitglieder auch das Gutachten über die letzte Fehlsprengung bekommen könnten. Obwohl ihm seine Sachbearbeiter zuraunten, dass das eigentlich nicht üblich sei. Müller meinte, Brühne habe Auflagen für Sprengungen „wie kein anderes Unternehmen“. Es sei zu überlegen, ob die nicht grundsätzlich auch für die anderen Betriebe gelten sollten. Desungeachtet meinte Gerd Flaig (SPD): „Der Rat hat im Januar 2011 den Beschluss gefasst, Brühne soll die Betriebserlaubnis entzogen werden. Wir wissen, dass das nicht geht. Aber er soll wissen, dass wir ihn für unfähig halten!“

zurück zur Übersicht: Warstein

Regeln fürs Kommentieren:
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte soester-anzeigerLippetalWelverSoestBad SassendorfWerlWickedeEnseMöhneseeWarstein

Die Redaktion Warstein twittert

anzeiger

anzeiger

Monday 19:47: DWD: Amtliche WARNUNG vor GEWITTER mit STURMBÖEN, STARKREGEN und HAGEL für Kreis Soest... http://t.co/rrjJBVAC

Thursday 22:37: Der DWD warnt für den Kreis Soest: "Warnung vor Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel vom 10.05.12 22:27 - 11.05.12 00:00 Uhr."

Thursday 20:28: 1.3.2012 - 18.50 Uhr - Belecke, B516 - LKW nach rechts von Straße abgekommen, Böschung runtergestürzt. Vollsperrung. http://t.co/SwtP7gBs

Wednesday 08:28: War kalt heute morgen in Warstein-Belecke: -13 Grad... http://t.co/aDRnCO7A

Saturday 11:29: Falls jemand schon immer mal Luchse füttern wollte: FÖJ im Bilsteintal in Warstein! http://t.co/sWpX8cZF

Nachrichten aus der Nachbarschaft

Soest: Weniger Ausgaben für Hartz IV

Weniger Ausgaben für Hartz IV in Soest

SOEST ▪ Martin Steinmeier ist Kummer gewohnt: Der Mann ist bekennender Bayern-Fan. Aber es gibt auch Lichtblicke im Leben des Geschäftsführers der Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) – und die listet nicht zuletzt der Jahresbericht des Jobcenters auf.Mehr...

Artikel lizenziert durch © soester-anzeiger
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.soester-anzeiger.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper