SOEST - „Es ist ganz schön viel los mit Archemed in Asmara...“ Dr. Peter Schwidtal, Vorsitzender dieser Hilfsorganisation von Ärzten für Kinder in Not, ist gleichermaßen begeistert wie immer wieder beeindruckt: Überall sind Kollegen und Handwerker aktiv, um Kindern in Eritrea Hoffnung zu geben.

© Foto: pr
Wiedersehen mit der kleinen Elsa, die vor vier Jahren in den Straßen Asmaras als Baby gefunden und zur Neugeboren-Intensivstation des Orotta-Hospitals gebracht wurde. Anja Schwidtal, die damals während eines Hilfseinsatzes in Eritrea weilte, kümmerte sich um das Kind und päppelte es auf. Elsa lebt in einem Waisenhaus. „Sie ist“, so Dr. Peter Schwidtal, „zu einer selbstbewussten Persönlichkeit mit einem sehr eigenen Kopf geworden.“
Gemeinsam mit mehr als dreißig Helfern machte sich der Vereins-Vorsitzende kürzlich wieder auf den Weg zum Schwarzen Kontinent – unter anderem, um den geplanten Neubau einer Geburts- und Neugeborenenklinik in Keren voranzubringen.
„Dieser Teamgeist und die Menschen aus ganz Deutschland mit ihren vielen unterschiedlichen Berufen sind immer wieder eine große Bereicherung für das eigene Leben“, betont Schwidtal. Er berichtet beispielsweise von Begegnungen mit mehreren Ministern: „Die Regierung kennt unsere Arbeit und schätzt sie.“
„Stück für Stück wird das große Puzzle weiter zusammengefügt“, schildert Schwidtal die Vorbereitungen der neuen Station in Keren zur intensiven Betreuung von Müttern und Neugeborenen.
Er nutzte den Besuch, um sich bei einer Verabredung mit den Ingenieuren auf dem Grundstück umzusehen. Vieles ist geschafft, ein gutes Stück der Strecke liegt noch vor ihnen. Schwidtal erzählt über den Architekten Achim Glahn und den Gynäkologen Prof. Wolfgang Holzgreve, die schon viele Stunden lang mit den einheimischen Partnern über den Bauplänen brüteten.
In welcher Atmosphäre die Treffen im Land ablaufen, macht eine Passage aus dem Reisebericht Schwidtals deutlich: „Ramadan Mohammed Nur hat sich angesagt. Er ist der Vorgänger von Präsident Isayas und gilt als graue Eminenz des Staates. Wir kennen uns seit Jahren, und es sind immer besonders herzliche Gespräche mit ihm. Wir fahren zu dem gleichen Restaurant, in dem ich mit Parteichef Yemane zu Mittag aß. Wir trinken Tee und knabbern Kekse. ,Do you have problems?’, fragt er mich. ,Klar’, sage ich, ,kannst Du mir bei Keren helfen?’ ,Mach ich’, sagt er, ,ich rufe die notwendigen Leute an.’“
Der Aufenthalt weckte so manche Erinnerung: an Elektromeister Egbert Tusch, der noch im Frühjahr mit seinem Freund, dem Schreiner Reinhard Berns, in Afrika wie gewohnt tatkräftig angepackt hatte – als „Mädchen für alles“, als universal technician“ wie er dort unten genannt wurde, dem kein Handschlag zuviel wurde, auf den einfach Verlass war. Seine wertvolle Hilfe bleibt unvergessen.
Tief bewegt hörten „Eppis“ eritreischen Freunde die Nachricht von plötzlichen Tod des Lippetaler Handwerkers. Einige hatte Tränen in den Augen. - Köp.
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