SOEST ▪ Ein Unglück kommt selten allein. So auch Am Loerbach. Am ersten August-Sonntag waren hier nach einem kräftigen Regenguss mehrere Häuser geflutet worden; am Donnerstag passte ein Baggerfahrer nicht auf und drückte mit seinem tonnenschweren Gefährt eine Hauswand ein.

„Dann rumste es!“ Zehn Zenitimeter tief ist das Fachwerk an diesem Wohnhaus am Loerbach eingedrückt. ▪
Der Loerbach mit seiner Fachwerkkulisse auf der einen Seite, dem Wasserlauf auf der anderen und dem alten Pflaster mittendrin zählt zu den malerischten Flecken in der Soester Altstadt. Seit Wochen und Monaten aber ist davon kaum noch etwas zu spüren: Die Gasse versinkt im Matsch, weil ein Spezialbohrer acht Meter tiefe und 70 Zentimeter breite Löcher in den Boden rammt, aus denen Dreck und Grundwasser hochgespült und (durch die Bohrer-Rotation) an die Hausfassaden geschleudert wird.
Am Haus Nummer 1 landeten Donnerstag um 9.30 Uhr aber nicht nur Lehmklumpen. Beim Drehen polterte das Heck des Baggers gegen das Fachwerk und drückte es etwa 10 Zentimeter tief ein.
Später kamen die Bauaufsicht (sie erkannte: „Das Haus ist zum Glück nicht einsturzgefährdet“), noch viel später Verantwortliche der Baufirma und ein Gutachter. Erst am Nachmittag können die Arbeiter mit ihren Bohrungen fortfahren.
Auf die betroffenen Hauseigentümer kommt jetzt „eine Menge Rennerei“ zu. Caroline Gottlob: „Vermutlich muss die gesamte Konstruktion hergerichtet werden.“ ▪ hs
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