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Lippetaler haben kein Interesse an LP-Kennzeichen

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LIPPETAL ▪ Wenn es demnächst das alte Autokennzeichen LP wie Lippstadt wieder geben sollte, dann können alle Autohalter aus dem Kreis Soest sich für dieses Kennzeichen als Alternative für SO wie Soest entscheiden. LP steht nicht nur für Lippstadt, sondern auch für Lippetal und die Lippe überhaupt, könnte man meinen.

Lippetals CDU-Fraktions-Vize Robert Schulze-Hönighaus hat sich bereits in einem Leserbrief gegen die „Kennzeichen-Nostalgie“ ausgesprochen. Der Anzeiger wollte wissen, wie Lippetaler Bürger dazu stehen, ob der eine oder andere vielleicht lieber ein LP im Kennzeichen hätte, als das seit der Kommunalreform für den gesamten Kreis vorgeschriebene SO.

Kreistagsmitglied Oliver Pöpsel von der Lippetal-CDU meint dazu: „Für die Lippetaler ist ein „eigenes“ Kennzeichen „LP“ eher unwichtig. Ich denke, dass alle mit dem SO gut leben können und auch vor der Kommunalen Neuordnung schon unter BE (Beckum) gefahren sind. Zudem sind ja seit einigen Jahren alle möglichen Wunschkonstellationen erlaubt, so dass sich jeder seine eigene „Kfz-Identität“ geben kann. Als Kreistagsmitglied würde ich auch die Initiative der Stadt Lippstadt ablehnen, denn ich denke wir haben andere Probleme als für solche „Luxusänderungen“ Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen.“

Beate Hoffmann, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Lippetal meint: „LP steht für mich für Lippstadt, Lippetal kürze ich ehe mit Li. Es gibt auch keinen Kreis Lippstadt, sondern nur den Kreis Soest. Ich würde bei SO bleiben.“

Bürgermeister Matthias Lürbke sagt: „Wichtig ist immer die Frage der Kosten. Nach meinem Kenntnisstand würde ein etwaiger zusätzlicher Aufwand aufgrund steigender Anträge weder zu Lasten des Kreishaushaltes noch über die Umlage zu Lasten der Gemeinden gehen, sondern müsste vom Gebührenzahler übernommen werden. Die Kennzeichendiskussion läuft ja bereits in vielen Kommunen seit einiger Zeit. Warum sollte man nicht den Autobesitzern selbst die Wahlmöglichkeit einräumen, statt es verwaltungsbürokratisch zu entscheiden?“

WDR-Kreiskorrespondent Heinrich Buttermann meint: „Als bekennender Lokalpatriot fand ich die Idee mit dem LP-Kennzeichen eigentlich gut, aber: Noch mehr Bürokratie und Verwirrung, ist es das wirklich wert? Gibt es nicht Wichtigeres anzupacken? Spätenstens, wenn Werler und Wickeder mit dem LP herumfahren, wird es wirklich unübersichtlich. Ich bin nicht nur Lokalpatriot, sondern auch ein Gewohnheitstier: deshalb bleibt es bei mir beim SO – und hoffe, dass es in Zukunft nicht noch viel mehr Kennzeichen-Abkürungen gibt. Kaum auszudenken, wenn in Zukunft Lippborger und Herzfelder mit andere Stadtabkürzungen herumfahren würden: Wir brauchen in Lippetal nämlich mehr Gemeinsamkeiten und nicht mehr Trennendes.“

„Brauchen mehr

Gemeinsamkeiten“

Vize-Bürgermeisterin Irmgard Pösentrup von der CDU aus Lippborg findet die ganze Sache überflüssig: „Das Kürzel auf dem Kennzeichen ist mir schnurzpiepegal“, sagte sie dem Anzeiger. CDU-Fraktions-Vize Robert Schulze-Hönighaus hält das Vorhaben für „überflüssig und rückwärts gewandt“. Es verbrauche unnötig Verwaltungs-Kapazitäten und Kosten.

Heimat-Experte Gerd Oeding findet: „Das würde ich nicht begrüßen. Es gibt genug Probleme, die wichtiger sind als solche Traumtänzereien. Mit dem Kfz-Kennzeichen verbinde ich keine Heimatverbundenheit.“

Kämmerer Jürgen Sickau stellt fest: „Das neue alte Kennzeichen muss nicht sein. Wir haben zurzeit ganz andere Probleme, die wesentlich wichtiger sind.“

Ein Lippetaler, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat einen weiteren Vorschlag eingebracht: Das LP solle als Wunschkennzeichen mit doppelter Gebühr herausgegeben werden.

„Wenn es die Gesetzeslage ermöglicht, dass Mitbürger wieder das LP- oder SO-Kennzeichen kostenneutral für die Gemeinschaft erhalten können, so ist das eine persönliche Entscheidung des Einzelnen. Einen Sinn erkenne ich allerdings nicht darin, vor allen Dingen dann nicht, wenn zum Beispiel Werler demnächst mit LP-Kfz-Zeichen anzutreffen sind“, so CDU-Chef Bertram. ▪ dümi

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