BAD SASSENDORF - 28 Kilometer mit dem Auto oder Taxi zur Notdienst-Apotheke? Das ist den Senioren viel zu weit. Mit einem Schreiben an die Apotheker-Kammer Westfalen-Lippe in Münster will der Senioren-Arbeitskreis gegen die neuen Bedingungen beim Apotheken-Notdienst protestieren. Die Mitglieder des Arbeitskreises unter Vorsitz von Christa Nowack beschlossen in der Sitzung am Donnerstag, an die Berufsethik der Apotheker zu appellieren.

Der neue Apotheken-Notdienst sorgt wieder für Protest.
Seit Januar haben die Apotheker einen Notdienst-Plan installiert, der jetzt in die Probephase gegangen ist und die Verteilung der Diensttuenden in der Fläche aus der Vogel-Perspektive betrachtet. So soll wohl eine gleichmäßige Verteilung gesichert werden. Doch der Arbeitskreis ist unzufrieden - schließlich könnten die Notfall-Patienten nicht fliegen. Für große Orte biete die neue Regelung Verbesserungen, kleinere Orte würden hingegen schlechter gestellt.
Im Januar beispielsweise sieht der Notdienst zweimal die Apotheke in Bad Sassendorf vor, 15 mal geht der Notdienst nach Soest und 14 mal findet er in Werl, Erwitte, Lippstadt oder Möhnesee statt. Im Februar sieht es ganz ähnlich aus: Zweimal Bad Sassendorf, 11 Mal Soest und 16 Mal Werl, Lippstadt, Erwitte und Möhnesee. Da bedeute für die Patienten, dass sie für die Hin- und Rückfahrt bis zu dreißig Kilometer zurücklegen müssten. Insbesondere für Alleinerziehende oder Hartz 4 Empfänger sei dies eine unsoziale Härte, hieß es im Arbeitskreis, zumal Betroffene ohne Auto im Notfall wohl auch noch den Taxi-Preis bezahlen müssten.
Eine Lösung sahen Mitglieder des Arbeitskreises in dem Verfahren, dass die Apotheker ihr Monopol auf Medikamenten-Verkauf bei bestimmten Notfall-Arzneien aufgäben. Dann könnte Notfall-Medizin wie starke Schmerzmittel bei den Notärzten stationiert werden und die Patienten müssten nicht nach dem Notarzt-Besuch auch noch zur Apotheke hetzen.
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