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Kranke Bäume drohen Äste auf Besucher herabstürzen zu lassen

Friedhof gesperrt

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OESTINGHAUSEN - Die Kirchengemende St.-Stephanus hat den Friedhof absperren müssen. Einige von den 48 riesigen Linden- und Kastanienbäumen sind erkrankt, zum Beispiel durch Pilzbefall.

Von ihnen drohen jederzeit auch große Äste abzubrechen und herabzustürzen. Da dies jederzeit geschehen kann und Friedhofsbesucher an ihren Grabstätten nicht sicher sind, darf zurzeit niemand den Friedhof betreten. Das geschähe dann auf eigene Gefahr.

Der Friedhof in Oestinghausen ist schon ein besonderer Ort, denn er liegt nicht weit von der Kirche mitten im Dorf. Sein besonderes Kennzeichen ist die Baum-Allee aus mächtigen über 20 Meter hohen Linden und Kastanien. Diese Bäume hatte der Kreis Soest vor Jahren unter Denkmalschutz gestellt, um diesen Friedhof in seiner Art möglichst lange und original zu erhalten. Daher kümmerte sich seit langem der Kreis um die Bäume und untersuchte regelmäßig deren Zustand. Das wird zum Beispiel mit Ultraschall gemacht, wobei ein so genanntes „Arbotom“ den Baumstamm-Querschitt so abbildet, als wäre er bereits durchgesägt worden. Dann kann man exakt abmessen, wieviel gesundes und wieviel krankes Holz vorhanden ist.

Im Jahr 2009 wurden die Bäume auf dem Friedhof an der Hovestädter-Straße vom Kreis Soest aus dem Denkmalschutz entlassen. Die Kirchengemeinde ist seither für die Prüfung und Umsetzung der Verkehrssicherheit allein verantwortlich.

Die Bäume beobachtet der Friedhofsgärtner Heinz Korf seither ganz besonders. Seine Beobachtuungen stellen fest, dass einige der wohl über 150 jahre alten Bäume ganz augenscheilich in einem sehr schlechten Zustand sind. Das wird schon daran deutlich, dass viele Äste abgebrochen sind und teilweise schon herabgestürzt sind oder aber noch in den Baumkronen 20 Meter über dem Boden festhängen. Nicht auszudenken, was passierte, wenn solch einen Ast einen Friedhofsbesucher beim Herabsürzen treffen würde.

Ein spezieller Gutachter hat den ersten Eindruck massiv bestätigt. Weitere Untersuchungen sind nun nötig und auch das Fällen einiger Bäume wird unumgänglich sein. Für drei wurde das Todesurteil bereits gefällt. Eine Firma muss beauftragt werden, die die Bäume von der Krone an herunterschneidet und schließlich die Stämme kappt.

Aktuell musste der Friedhof in der letzten Woche gesperrt werden. Wegen der Gefahr musste natürlich sofort Abhilfe geschaffen werden. Über das weitere Vorgehen wird nach Auswertung aller Gutachten im Kirchenvorstand entschieden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die akten Bäume dann nach und nach in kleinen Gruppen gefällt und durch neue Stämme ersetzt werden müssen. Nach heutigen Vorschriften dürfen die Bäume aber nicht mehr so gepflanzt werden, dass die Kronen Grabstellen überwachsen. In jeden Fall dürfte der heutige Charakter des Friedhofes schon bald nur noch auf Fotos und in den Geschichtsbüchern zu sehen sein. ▪ dümi

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