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Fraktionen beauftragen Verwaltung mit Prüfung der Schul-Situation Gemeinschaftsschule könnte Gymnasiasten am Ort unterrichten

Bald Abitur in Lippetal?

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LIPPETAL ▪ Wird es schon im Schuljahr 2011/2012 eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialem Zweig in Lippetal geben? Zumindest wird ab sofort mit aller Sorgfalt und Intensität die Möglichkeit geprüft, Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die gesamte Schullandschaft in Lippetal zu sondieren.

An und für sich Lippetaler Erfolgsmodelle: Werden Real- und Hauptschule in Herzfeld demnächst zu einer Gemeinschaftsschule verschmelzen? ▪

© M. Dülberg

An und für sich Lippetaler Erfolgsmodelle: Werden Real- und Hauptschule in Herzfeld demnächst zu einer Gemeinschaftsschule verschmelzen? ▪

Die Verwaltung wurde gestern Abend im Haus Biele bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit einstimmigem Beschluss von allen drei Ratsfraktionen (CDU, SPD und BG) beauftragt, mit der Bezirksregierung und dem Schulministerium NRW zu klären, welche Möglichkeiten hierzu für die Gemeinde Lippetal bestehen. Einen entsprechenden Antrag an Bürgermeister Matthias Lürbke hatten die Fraktionsvorsitzenden im Vorfeld eingereicht. Er wurde gestern nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt.

In der Begründung des Antrages heißt es: „Zurzeit werden in NRW verschiedene Möglichkeiten zur Entwicklung der Schullandschaft diskutiert. Vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen, den Vorstellungen von Lehrerinnen, Lehrern, Schülerinnen, Schülern und Eltern sowie den aktuellen Diskussionen sollte im Interesse der Lippetaler Kinder und Eltern gemeinsam eine Prüfung der Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Schullandschaft in Lippetal erfolgen.“

Für das Schulzentrum in Herzfeld mit Haupt- und Realschule ergeben sich dabei drei Möglichkeiten: Die einfachste – es bleibt alles wie es ist. Die komplexeste: Es wird eine Gemeinschaftsschule eingerichtet, die die Möglichkeit eröffnet, das Abitur in der Gemeinde zu erlangen. Die dritte Möglichkeit wäre eine Gesamtschule. Solche gibt es allerdings bereits im benachbarten Lippstadt und in Soest.

Bürgermeister Matthias Lürbke und Stellvertreter und Schulamts-Leiter Bernhard Bitter wissen nur zu genau, dass eine Lösung der Lippetaler Schulfrage nur möglich ist, wenn es gelingt, eine gemeinsame Linie zu finden. An vielen negativen Beispielen hat sich erwiesen, wie eine gemeinsame Schulpolitik, die ausschließlich an den Interessen der Schüler und Eltern orientiert ist, durch politische und ideologische Einflüsse demontiert werden kann. Deshalb waren sich Lürbke und Bitter auch gestern Abend mit den Ratsfraktionen darüber einig, sich ausschließlich auf das Ziel einer optimalen Schulstruktur für Lippetal zu konzentrieren. Nach sorgfältiger Prüfung solle eine tragbare und machbare Lösung gefunden werden.

Grund der Überlegungen ist neben der neuen politischen Konstellation im Land NRW (SPD und Grüne in der Regierung) auch die demographische Entwicklung. Sinkende Schülerzahlen machen es notwendig, nach neuen Wegen zu suchen. Auch wenn die Realschule mit ihrem engagierten Kollegium und der optimalen Ausstattung in der Schullandschaft weit und breit eine „Perle“ sei und die Hauptschule einen überaus guten Ruf genießt, könne dennoch eine Weiterentwicklung erfolgreich in Angriff genommen werden. Dabei haben die Initiatoren offensichtlich die Auspendler aus Lippetal im Visier, die aktuell auf Schulen in den Nachbarstädten Abschlüsse wie das Abitur anstreben. In Lippetal besuchen derzeit rund 500 Schüler die Real- und 300 Schüler die Hauptschule. Bleiben die Lippetaler Gymnasiasten demnächst weitgehend innerhalb der Gemeindegrenzen, dürfte die Gesamt-Schülerzahl auf über eintausend steigen. Damit wäre eine Gemeinschaftsschule am Schulstandort Lippetal für absehbare Zeit sicherlich zukunftsfähig realisierbar (wir berichten noch).

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