BAD SASSENDORF ▪ Ein Wohnpark mit Bungalows anstelle eines fünfgeschossigen massiven Klinikgebäudes, das in diesen Zeiten auch kaum sinnvoll wäre: Unter diesem Aspekt betrachteten fast alle Mitglieder des Bauausschusses das Vorhaben für die Bebauung der Wiese südlich des Wintzigerode-Parks durchaus mit Wohlwollen. Die Auswirkungen auf den Verkehr der ohnehin stark belasteten Hepper Straße bereiten den dort wohnenden Anwohnern allerdings einige Sorgen.

Das zeigte eine Wortmeldung während der Einwohnerfragestunde zum Auftakt der Sitzung des Bauausschusses. Die Anwohnerin der Hepper Straße verwies darauf, dass dieser Straßenzug aufgrund des neuen Baugebiets am Sassendorfer Wege erheblichen zusätzlichen Verkehr schlucken müsse. Hinzu komme der Verkehr wegen der Biogasanlagen in Heppen. Gerade während der Maisernte hatten sich Anwohner der Hepper Straße schon häufiger über den Lärm durch den Ernteverkehr beklagt. Wie die Frage eines zusätzlichen Lärmschutzes entlang der Hepper zu bewerten sei, wollte die Anwohnerin daher wissen.
Geplant ist in dieser Hinsicht vorerst allerdings nichts, erläuterte Bauamtsleiter Wolfgang Stember. Wenn der Verkehr allerdings in eklatantem Maße zugenommen haben sollte, sei der Kreis als Straßenbaulastträger womöglich in der Pflicht. Stembers Rat: „Stellen Sie mal eine Anfrage an den Kreis Soest, wie er die Sache sieht.“ Edwin Morch (SPD), der Vorsitzende des Bauausschusses sicherte die Unterstützung der Gemeinde zu.
Kritisch bewertete die Verkehrsbelastung auch Wilhelm Niggeschulze (CDU), der zugleich Ortsvorsteher Heppens ist: „Das Verkehrsaufkommen ist wirklich fast nicht mehr erträglich.“ Mit dem geplanten Wohnpark sei noch mehr Verkehr zu erwarten, sagte Niggeschulze.
Das Vorhaben des Wohnparks an sich wurde positiv bewertet. Nach dem derzeit noch geltenden Bebauungsplan wäre auf dem Areal der bau eines fünfgeschossigen Klinikkomplexes erlaubt. Im Gegensatz dazu wurde der Wohnpark mit Bungalows für ältere oder behinderte Menschen als attraktiver betrachtet. „Ich denke, dass das eine Alternative zu den jetzigen Seniorenbauten sind: Da sind wir immer in die Höhe gegangen“, erklärte Heinrich Brandhoff (FDP) mit Blick auf die bauliche Verdichtung im Zentralort durch größere Gebäudekomplexe mit Eigentumswohnungen.
Auf der Grundlage dieser ersten Einschätzung stimmte der Bauausschuss dem Einstieg in die Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan bei einer Enthaltung durch Wilhelm Niggeschulze jeweils einstimmig zu. Nun muss der Gemeinderat über beide Punkte abstimmen. Sollte es, wie zu erwarten ist, wie im Bauausschuss eine Zustimmung geben, kommt es im Zuge der vorgezogenen Bürgerbeteiligung dann zu einer ersten öffentlichen Auslegung der Pläne. Alle interessierten Bürger können dann Einwendungen oder Vorbehalte formulieren, die erneut im Gemeinderat beraten werden. Danach käme es zu einer zweiten öffentlichen Auslegung, bei der erneut Einwände oder Vorbehalte vorgetragen werden können. ▪ tbg
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