BAD SASSENDORF ▪ Für die Eltern aus Bad Sassendorf war es ein letzter Strohhalm, um ihre Kinder doch noch wie gewünscht zur Gemeinschaftsschule in Lippetal zu schicken. Und so wie es aussieht, können die Eltern sich berechtigte Hoffnungen machen, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht.

Das ist das Ergebnis eines Gesprächs, das der Bad Sassendorfer Bürgermeister Antonius Bahlmann und sein Lippetaler Amtskollege Matthias Lürbke am Dienstagnachmittag im Schulministerium in Düsseldorf geführt haben. Lürbke erläuterte noch auf der Rückfahrt von Düsseldorf, dass sich im Schulministerium ein positives Gespräch ergeben habe, in dem Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, aber auch Bedingungen formuliert worden seien. Für eine Umsetzung des Vorhabens müsse eine Menge an organisatorischer Vorarbeit geleistet werden. Auf konkrete Nachfrage bestätigte Lürbke, dass die Lösung gelingen kann: „Ja, die Zuversicht ist da.“
Ähnlich bewertete Bürgermeister Bahlmann den Ausgang des Gesprächs. Beide Gemeinden hätten auch mit Blick auf die Besonderheit des Modellversuchs vom Ministerium Auflagen gestellt bekommen. „Aber ich denke, dass die lösbar sind, da müssen wir jetzt hart dran arbeiten, aber ich bin zuversichtlich, das zu schaffen“, sagte Bahlmann.
Wie die Lösung konkret aussehen soll, wollen die beiden Bürgermeister am Donnerstag vorstellen. Ermöglicht wurde die sich abzeichnende Lösung in dem Konflikt durch eine Kehrtwendung von Bürgermeister Bahlmann. Nachdem er im Namen der Gemeinde Bad Sassendorf vergangene Woche das Einvernehmen für einen Besuch Bad Sassendorfer Schüler auf der neuen Lippetaler Gemeinschaftsschule versagt hatte, war es nicht nur bei betroffenen Eltern zu einem Sturm der Entrüstung gekommen.
Am Montagabend hatte die Bad Sassendorfer CDU-Ratsfraktion den Bürgermeister in einer zweistündigen Sitzung davon überzeugt, dass nur eine Kurskorrektur helfen könne. Daraufhin habe Bahlmann noch am Montagabend das Gespräch mit seinem Lippetaler Amtskollegen gesucht, berichtete die CDU-Fraktion. Beide hatten daraufhin das Gespräch in Düsseldorf vereinbart.
Erfreut über die Entwicklung zeigte sich im Namen der CDU-Fraktion deren stellvertretender Vorsitzender Reinhold Häken: „Wir werden alles tun, um bei der Lösung mitzuhelfen“, sagte er. Zugleich drückte er seinen Unmut über den Hergang der Angelegenheit aus. „Wie es gelaufen ist, war nicht gut, und ich denke, das haben wir auch deutlich gemacht“, sagte Häken und sprach von einer Fehlentscheidung, die der Bürgermeister zunächst getroffen habe.
Mit zu verantworten habe diese Entscheidung nach Auffassung der CDU-Fraktion auch die Stadt Soest, mit der die Gemeinde Gespräche wegen eines Schulzweckverbands führt. Entweder bewege Soest sich jetzt für eine tragfähige Lösung oder die Gemeinde müsse die Konsequenzen ziehen. „So geht‘s mit Soest nicht weiter“, machte Häken deutlich.
Kritik an Soest: „So
geht‘s nicht weiter“
Große Freude löste die Hoffnung auf eine Wende zum positiven bei den Eltern aus. „Ich habe es gerade erst erfahren und bin überglücklich“, sagte Sonja Hänicke-Bunse. Die Entwicklung zeige, dass es sich gelohnt habe, für die eigene Entscheidung zu kämpfen. „Der Bürgermeister hat sich spät, aber hoffentlich nicht zu spät bewegt.“ ▪ tbg
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