Bochum - Ein schlecht eingebautes Oberlicht hat ein Häftling im Bochumer Gefängnis zur Flucht genutzt. Dabei hätte der 47-Jährige, der schon einmal geflohen ist, in einem Monat entlassen werden sollen.
Wie Polizei und Justizvollzugsanstalt (JVA) bestätigten, war der 47-Jährige am Sonntag entkommen, als er die Räume der Besucherkontrolle reinigen sollte. Nach Angaben der JVA gibt es dort zwar ein Fenster aus Panzerglas - das sei aber mangelhaft eingebaut worden.
„Dieses Oberlicht hat er herausgehebelt und sorgsam beiseite gestellt“, sagte der Leiter der Anstalt, Friedhelm von Meißner. „Sie müssen sich vorstellen, dass dieses Fenster zwar aus Sicherheitsglas ist, aber nur durch vier Aluminiumleisten gehalten. Das ist schlicht und ergreifend Baupfusch.“ Den machte sich der 47-jährige Gefangene zu Nutzen, entfernte die Leisten und entkam über das Dach der Pforte ins Freie.
Mitte Januar hatte die Bochumer JVA bereits schon einmal für Schlagzeilen gesorgt, weil dort ein gefährlicher Schwerverbrecher einen Ausbruchsversuch unternommen hatte. Er hatte über Nacht die Gitterstäbe seiner Zelle durchgesägt, war jedoch nicht aus dem Gefängnis hinausgekommen. Stattdessen hatte er es nur bis auf den Dachboden geschafft, wo ihn die Beamten noch am selben Tag wieder festnehmen konnten.
dpa
Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)
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