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Vom tierischen Leben bei der „Hunde-Flüsterin“

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Natalie Plagemann, Marita Sturzenhecker und Petra Liesche (von links) zeigen Herz für Hunde. ▪
Natalie Plagemann, Marita Sturzenhecker und Petra Liesche (von links) zeigen Herz für Hunde. ▪ © Scholand-Rebbert

HILBECK ▪ „Tiere müssen schon anfassbar sein“, meint Natalie Plagemann, die mit ihrem Verein „Viva la Hund“ im wahrsten Sinne des Wortes auf den Hund gekommen ist. Tiere sind ihre große Leidenschaft, allerdings „anfassbar“, wie Hunde.

Oder wie die Katze, die zum Haus gehört, samt wild lebender „Kollegin“, die mit durchgefüttert wird, oder das Pferd. Im Vordergrund steht jedoch, daran lässt Natalie Plagemann keinen Zweifel, der Hund. Die Mischlinge „Kaja“ und „Dali“ genießen den tierischen Vorzug, bei der Hunde-Flüstererin“ in Hilbeck leben zu können. Neben den beiden vierbeinigen Familienmitgliedern leben auch noch die Pflegehunde „Ruby“ und „Hannibal“ mit im Haus, die vermittelt werden sollen.

Diese Vermittlung ist eine der Haupttätigkeiten von Natalie Plagemann, denn – darauf legt sie besonders großen Wert – sie führt kein Tierheim, sondern eine Tier-Vermittlung. Mit ihr beziehungsweise dem Verein „Viva la Hund“ arbeiten etwa 20 Pflegestellen zusammen, die Hunde für eine Zeit aufnehmen, bis sie vermittelt sind. Zwischen 200 und 300 Hunde vermittelt „Viva la Hund“ pro Jahr, die meisten stammen aus Spanien, Portugal und Rußland.

„Wir arbeiten mit Tierheimen vor Ort zusammen und holen die Hunde hierher. Die Mitarbeiter in den Tierheimen machen die Tiere ausreisefähig, die Pflegefamilien nehmen sie am Flughafen in Empfang,“ erläutert Natalie Plagemann die Vorgehensweise. Sie berichtet von den „Perreras“ in Spanien, Tierunterkünften, in denen Hunde 21 Tage lang versorgt werden. Bis dahin müssen sie abgeholt oder vermittelt sein – danach dürfen die Tiere eingeschläfert werden. Natalie Plagemann ist gerade zurück von einer Reise nach Mallorca und Malaga. Die Tiere, die nach Deutschland eingeführt werden, müssen dem Veterinäramt gemeldet werden, für eine Registrierung tragen sie einen Mikrochip links im Nacken.

Vermittelt werden die Hunde an „geeignete“ Bewerber, über die sich die Pflegefamilien ein Bild machen. „Sie führen eine Vorkontrolle durch, denn die neue Beziehung zwischen Familie und Hund muss passen. Es hat zum Beispiel keinen Zweck, Welpen an Berufstätige abzugeben“, erläutert Natalie Plagemann das Vorgehen. Vor sieben Jahren hat sie mit Gleichgesinnten den gemeinnützigen Verein „Viva la Hund“ gegründet, der seinen Sitz in Hilbeck hat. Über Internet stellen sie die Hunde vor, so wird der Kontakt zu Interessenten vorgestellt.

Natalie Plagemann ist in Dortmund geboren und aufgewachsen. Mit 21 Jahren hatte sie einen Hund, der „durchgeknallt“ war, wie sie mit einem Augenzwinkern berichtet. Dieser Hund hat bei ihr allerdings den Wunsch geweckt, Tierpsychologie zu studieren. Dies hat sie bei einem Schweizer Institut mit zertifiziertem Erfolg durchgezogen und darf sich jetzt Tierpsychologin nennen. Gemeinsam mit ihrem Mann und der fünfjährigen Tochter – das nächste Kind erwartet sie im Juni – bewohnt sie den alten Beckmanns Hof an der Werler Straße. Hier vor Ort betreibt sie auch noch eine Hundeschule „h+h, hund und halter“, die sich um Problemhunde kümmert. „Wir vermitteln keine Grundlagen wie Sitz oder Platz in der Gruppe wie bei einem Verein. Wir bieten Einzelunterricht an für Hunde, vor allem, wenn sie etwa beißen oder alles vom Tisch reißen.“

Die Familie macht mit, selbst beim Urlaub. „Da fahren wir nach Dänemark, denn dann können wir die Tiere mitnehmen“, so Natalie Plagemann. In dieser Zeit springt jemand anders aus dem Vorstand ein, wenn eine Vermittlung ansteht oder neue Hunde abgeholt werden.

Natalie Plagemann wird ab Anfang April in unserer Zeitung bloggen und über die Erlebnisse mit ihren Tieren berichten. Sie ist seit zwölf Jahren im Tierschutz, speziell für Hunde, aktiv. Zu erwarten sind spannende, vielleicht auch amüsante Berichte über Hunde. Schauen Sie doch unter http://www.soester-anzeiger.de einfach mal rein und machen Sie sich selbst ein Bild davon. ▪ uhu

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