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Keine Maske dabei: Busfahrer setzt Kind vor die Tür

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Von: Gerald Bus

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Ein Busfahrer soll einen Sechstklässler nach Fahrtbeginn in Scheidingen ausgesetzt haben, weil er keine Maske dabei hatte. Zuvor hatte sich ein anderer Fahrgast darüber aufgeregt.

Werl/Welver – Ein Busfahrer soll ein elfjähriges Kind in Scheidingen am Montagnachmittag aus dem Bus geworfen haben, weil der Junge keine Maske trug und auch keine bei sich hatte. Der Schüler der Werler Sälzer-Sekundarschule habe daraufhin zu Fuß nach Hause in Illingen laufen müssen, schildert die Mutter. Sie ist stinksauer, das Busunternehmen Karrie Tours GmbH hüllt sich in Schweigen.

Tamara Landmann ist die Mutter des betroffenen Sechstklässlers. Der habe am Montag zwar eine Maske in der Schule gehabt, aber die Bänder seien gerissen. Also habe er sie weggeworfen und sei nach dem Unterricht in Werl ohne Maske in den Bus gestiegen, habe den Fahrer auch auf die fehlende Maske hingewiesen, sagt die Mutter.

Keine Maske dabei: Busfahrer setzt nach Kind vor die Tür

Aber später erst habe sich ein älterer Fahrgast über das Fehlen der Schutzmaske beschwert; daraufhin habe der Fahrer den Elfjährigen an der Kirche in Scheidingen vor die Tür gesetzt. Es handelt sich um einen Bus des Öffentlichen Personennahverkehrs und nicht um einen vom Schulträger beauftragten Schulbus.

Mit 25 Minuten Verspätung trudelte der Schüler schließlich Zuhause bei seiner schon besorgten Mutter ein, verweint und schockiert, schildert Tamara Landmann. Die Frau wollte das nicht auf sich sitzen lassen; sie habe sich beim Busunternehmen beschwert. Dort aber habe es überhaupt kein Schuldbewusstsein gegeben, dass ein Kind aus dem Bus geworfen wurde – mit allen Gefahren.

Busfahrer setzt Kind vor die Tür: Unternehmen hätte Sohn nicht mitnehmen dürfen

„Ich habe Verständnis für die Maskenpflicht“, sagt die Mutter. „Das ist okay.“ Aber das Unternehmen hätte ihren Sohn dann doch bitte von vornherein nicht mitnehmen sollen, wenn es das nicht durfte – „dann hätte ich ihn abgeholt“. Oder der Fahrer hätte in Scheidingen jemanden informieren können, vielleicht die Polizei. Aber so sei das Handeln des Fahrers verantwortungslos, „ich bin empört“.

In der Geschäftsführung des Soester Busunternehmens Karrie Tours, das die Linie 522 im Auftrag der Westfalenbus GmbH bedient, sind die Vorwürfe der Mutter zwar bekannt. Aber man wolle und werde sich dazu nicht äußern, teilte die Geschäftsführung am Montagnachmittag auf die Anfrage unserer Redaktion mit.

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