Strohlager unter Brücke in Flammen: Brandstiftung vermutet

+
Die Feuerwehr löschte zunächst das Feuer von außen. Später wurde das brennende Material dann mit einem Traktor auseinander gezogen und abgelöscht.

WELVER ▪ Normalerweise ist der Waldweg zwischen Kirchwelver und Dorfwelver im Neheimer Staatsforst eine beliebte Strecke für Spaziergänger und Radfahrer: Am Montag Mittag war er dafür jedoch nicht geeignet. Rote Wagen versperrten den Weg, hunderte Meter Schlauch waren entlang des Weges ausgerollt und eine dicke Qualmwolke vernebelte die Sicht.

Der erste und der dritte Zug der Welveraner Feuerwehr waren ausgerückt, um einen Brand von einigen Strohbunden an einem denkmalgeschützten Brückenstück zu löschen, das sich im Staatsforst befindet und inzwischen als Lagerstätte für einen Welveraner Landwirt dient.

Eine Spaziergängerin hatte gegen 11 Uhr den Brand bemerkt und umgehend den Landwirt informiert, der daraufhin die Feuerwehr alarmierte, gleichzeitig aber auch bereits mit seinem Sohn zur Brandstelle ausrückte. Dies sollte sich später als hilfreich herausstellen, konnten Vater und Sohn doch auf diesem Weg verhindern, dass sich das Feuer vor dem Eintreffen der Wehr auf weitere Stroh- und Silage-Pakete ausdehnte. Als durch die Hitze jedoch plötzlich die Scheibe des Traktors zerbarst, mit dem der Sohn des Landwirts eine „Schneise“ zwischen brennenden und nicht brennenden Ballen geschlagen hatte, brach das Duo seinen Einsatz ab.

Die Feuerwehr – nach und nach rückten 55 Männer aus den beiden Zügen an – stand zunächst vor dem Problem, im Wald eine konstante Wasserversorgung herzustellen. Während der Inhalt der Feuerwagen verbraucht wurde, mussten die Brandbekämpfer eine mehrere hundert Meter lange Leitung aus Kirchwelver legen.

Brand im Staatsforst

So wurde dem Feuer schließlich in Kooperation zu Leibe gerückt: Nach und nach zog der Sohn des Landwirts mit dem Traktor das qualmende Material auseinander, so dass die Wehrleute es ablöschen konnten. „Von außen kommen wir sonst nicht an den Brandherd. Dann frisst sich das Feuer langsam durch die Ballen und man kann es nicht endgültig löschen. In anderen Fällen hätten wir einen Bagger organisieren müssen, aber so ging es ja auch“, erläuterte der Leiter der Welveraner Wehr, Rüdiger Pannock. „Das wird sich allerdings noch bis in die Abendstunden hinziehen“, blickte er mittags noch auf einige Stunden Fleißarbeit voraus.

Glücklicherweise hatte es am Abend zuvor geregnet, so dass sich das Feuer schlecht auf das umgebende Waldstück ausbreiten konnte. Da aufgrund der Witterung das Stroh ebenfalls eher klamm als staubtrocken war, geht die Feuerwehr von Brandstiftung aus: „Da muss einer nachgeholfen haben, von alleine hat sich das nicht entzündet“, so Pannock. Wie genau der Brand zustande gekommen sei, müsse aber natürlich die Kriminalpolizei klären.

Das Brückenstück, Teil der von den Nationalsozialisten in den 1940er Jahren geplanten, aber nie fertiggestellten Reichsautobahn Hamm-Kassel, wurde beschädigt, eine Einsturzgefahr besteht aber wohl nicht. Der Landwirt hatte die Bauruine vor einigen Jahren vom Bundesvermögensamt gepachtet, um sie als zusätzliches Strohlager zu gebrauchen. „Normalerweise ist auf diesem Waldweg immer recht viel Betrieb, so dass man tagsüber nie lange unbeobachtet da hantieren könnte“, ist er sicher. Wirtschaftlicher Schaden sei eher weniger durch die verbrannten Strohbunde entstanden als durch die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Silageballen: „Das ist hochwertiges Futter.“ Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden bei rund 1 800 Euro. ▪ tob

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare