Allenradweg kommt 2014

WELVER ▪ Viele Jahre dauerte es bis zur Entscheidung, etwa ein Jahr dauert es nun noch bis zum Bau: Der interkommunale Alleenradweg kommt jetzt definitiv auch auf Welveraner Gemeinde-Gebiet, Baubeginn ist jedoch erst 2014.

Während der „Premium-Radweg“ in den anderen beteiligten Kommunen Unna, Bönen oder Hamm bereits realisiert ist oder die Arbeiten zumindest begonnen haben, hinkte Welver als vierter Partner hinterher. Groß waren die Ressentiments, sowohl auf Gemeinde-, als auch auf Kreisebene: Der Alleenradweg sei eine unnötige Verschwendung von Steuergeldern, weil es bereits viele befahrbare Feldwege in der Nähe gebe, argumentierten die einen, die Zerstörung von gewachsenen Biotopen kritisierten die anderen. Demgegenüber stand der – wohl weitestgehend kostenlose – Ausbau einer wichtigen Welveraner Stärke, der Radtourismus-Attraktivität.

Nachdem sich CDU und BG gemeindeintern schließlich durchgesetzt hatten, ging der Disput auf Kreisebene weiter: Der Landschaftsbeirat, der 2008 durch ein erstes Veto bereits zu einer erheblichen Verkürzung der geplanten Strecke beigetragen hatte (siehe Bild oben), versagte erneut die Zustimmung.

Über den Umweltausschuss und den Kreisausschuss setzten sich die Befürworter nun aber endgültig durch, auch wenn es weiterhin Kritik gab. Besonders, dass statt der erhofften „wassergebundenen Decke“ aus Fördergeld-Gründen ein Teer-Belag realisiert wird, störte einige Umweltausschuss-Mitglieder: „Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, kritisiert der Landschaftsbeirats-Vorsitzende Dirk Schulze-Gabrechten.

Immerhin sei im Gegenzug zugesagt worden, dass es eine „ökologische Baubegleitung“ gebe. Weil die Arbeiter bei den vorbereitenden Rodungen auf Hammer Gebiet recht rigoros vorgegangen waren, lag es den Umweltschützern am Herzen, dass dies in Welver nicht auch passiert.

Apropos Rodungen: Sie sind auch der Grund dafür, warum in Welver trotz der Genehmigung erst 2014 gebaut wird: Laut Naturschutzgesetz dürfen Bäume, Gebüsche und Hecken außerhalb des Waldes von März bis Ende September nicht gefällt werden. Entsprechend müssen die Vorbereitungen noch bis Oktober warten. Bis dann der Belag verlegt wird, hat das nächste Jahr begonnen.

Das Positive dabei: Für diesen Zeitraum hat dann auch der Landesbetrieb Straßen.NRW zugesagt, an der K14 Richtung Scheidingen einen Radweg zu errichten. Die bessere Anbindung an den Alleenradweg würde somit zeitgleich realisiert.

Für Bürgermeister Ingo Teimann daher trotz der Wartezeit eine erfreuliche Entwicklung: „Damit sind wir neben der Römer-Lippe-Route an einer weiteren größeren Strecke beteiligt, die den Radtourismus fördert.“ J tob

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