1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Warstein

Voller LWL-Festsaal zur 30. Auflage von „Gospel Spontan“

Erstellt:

Kommentare

Volkert Bahrenberg (mit Banjo) und die aktuelle Besetzung von „Gospel Spontan“.
Volkert Bahrenberg (mit Banjo) und die aktuelle Besetzung von „Gospel Spontan“. © Nolte

Warstein -  Für viele Warsteiner gehört das Konzert zum festen Termin im weihnachtlichen Kalender.

Da werden am 2. Weihnachtstag Besuche im LWL-Festsaal gerne dem Beisammensein im heimischen Wohnzimmer vorgezogen – oder man bringt die ganze Sippe gleich mit. Denn um Platzmangel muss man sich meist nicht sonderlich sorgen. Initiator Volkert Bahrenberg beginnt erst mit seiner „Spezialeinlage“, wenn auch der Letzte noch seinen Stuhl platzieren konnte. Heimelig ist und war es allemal. Und das in diesem Jahr bereits zum 30. Mal.

Als Kontrastprogramm zum eigentlichen Country-/Bluegrass-Konzert gibt es zu Beginn Haydn auf die Ohren der treuen Gospel Spontan-Fans. Mit dem 1. Satz des Klavierkonzerts in D lässt Bahrenberg die Finger gefühlvoll über die Tastatur des Steinway-Flügels gleiten („Dieses Mal funktioniert das Klavier...“) und anschließend temporeich „Ihr Kinderlein kommet“ als Boogie-Woogie für die Liebhaber dieses Klaviermusikstils („Viele kommen ja extra wegen Boogie Woogie...).

Bevor es dann losgeht gemeinsam mit seinen Musikern von Gospel Spontan, die bereits langjährig in dieser Besetzung zusammen musizieren, betont Bahrenberg: „Ich hab mir fest genommen, nicht so viel zu reden. Weil wir haben so viele schöne Stücke und beides geht nicht!“ Dabei kommen die meisten Gäste gerade deshalb. Weil beides geht.

Und so startet die Gruppe (in der Besetzung: Till Braukmann - Bass; Willi Bahrenberg - Mandoline, Gitarre, Gesang; Karl-Jakob Enste - Cajon; Ingo Frank - Gitarre, Gesang; Volkert Bahrenberg - Banjo, Gesang; Alexander Schmitt - Gitarre, Tontechnik) in der beliebt unkonventionellen Art und Weise mit dem Osterlied „Wer wälzt den Stein?“. Auf ihre Sängerin und frisch gebackene Mama Kristina Vaut mussten die Musiker in diesem Jahr verzichten. Dafür hatten die spontanen Gospel-Musiker als Gast Bahrenberg-Sohn Jonas dabei, der sein Herz fürs Banjo entdeckt hat und mit einigen Stücken glänzen konnte. Begeistern konnte er ebenso mit seinen kraftvollen Stimme bei solistisch vorgetragenen Stücken, wie dem klassischen Bergmann-Song „Sixteen tons“, der für Country-Musik außergewöhnlich sozialkritisch ist, oder „Let her blow“ von Johnny Cash.

Erklärungen zu den Songs gab es im Wechsel von Bahrenberg senior und seinen Söhnen: „Wirklich schöne Musik und man lernt auch noch was dabei...“ So stellte Willi anschließend reflektierend schmunzelnd fest: „Wir werden immer mehr wie unser Vater...“

Die Zuhörer genossen es. Ebenso wie die Songs, die in diesem Jahr häufig in deutscher Sprache gesungen wurden. „Das hängt mit der frisch erschienenen CD zusammen, die ja nur aus deutschen Liedern besteht.“ In der Pause konnte die CD käuflich erworben werden: „Wer im letzten Jahr mitgesungen hat bei der Aufnahme, bekommt einen Sonderpreis...“ Klar, dass Bahrenberg den Verkauf selbst übernahm und auch handsignierte Exemplare zu haben waren.

Mit zweistimmigem Banjo beeindruckten Volkert und Jonas Bahrenberg. Szenenapplaus gab es auch für die Gitarren-Soli von Ingo Frank und Alexander Schmitt. Mit der Filmmusik aus „Bonnie und Clyde“ schlugen die Musiker bekanntere Töne an und unterhielten ihre Gäste rund zwei Stunden lang mit abwechslungsreichen Stücken.

Und was wäre eine Veranstaltung mit Bahrenberg, wenn nicht auch noch die Bedürftigen zum Zuge kämen: „Wo Sie gerade alle hier sind: Wir brauchen für die Flüchtlinge noch dringend Winterjacken und Sportschuhe...“ - mn

Auch interessant

Kommentare