Suttroperin Marita Mues eröffnet Ausstellung in Riga

Gruppenbild mit dem Vertreter der deutschen Botschaft Ludwig Neudorfer nebst Gattin Elke (links im Bild) und Galeristin Elga Grunvalde. ▪

RIGA/SUTTROP ▪ „Die Welt mit den Augen von Marita Mues zu sehen, ist ein ganz besonderes Erlebnis.“ Schwarz auf weiß verewigte der erste Sekretär der deutschen Botschaft in Riga, Ludwig Neudorfer, seine Bewunderung im Gästebuch der Warsteiner Künstlerin.

Als Ehrengast der Ausstellung „Unser Planet lebt – Kulturen verbinden“, die am Wochenende in der lettischen Hauptstadt eröffnet wurde, beließ es der Diplomat nicht bei Begeisterungsbekundungen. Er „verliebte“ sich auf Anhieb in eine Zeichnung aus der blauen Serie „Impressionen aus Riga“, ließ sie von der Wand montieren und verstaute sie im Handgepäck.

Zuvor hatte er vor einer internationalen Besucherschar auf die Bedeutung einer ebenso völkerverbindenden, wie künstlerisch anspruchsvollen Veranstaltung hingewiesen. Die gemeinsame Aktion der lettischen Malerin Aija Balina und Marita Mues bezeichnete er als „wundervolles Beispiel kulturellen Austausches“. Sein Dank ging auch an Klemens Ludwig, der diesen durch seine Vermittlung erst möglich gemacht hatte. Der aus Suttrop stammende Schriftsteller erinnerte an die großen Gemeinsamkeiten, die Letten und Deutsche miteinander verbinden: „So ist es eine besondere Ehre, wenn eine deutsche Künstlerin in Riga ausstellen kann – und im Gegenzug die lettische Künstlerin Aija Balina ihre Werke in Warstein präsentiert.“ Überzeugender als jede andere Form schafft es nach den Worten des Festredners die Kunst, Menschen über kulturelle, religiöse, sprachliche und politische Grenzen hinweg zu verbinden. „Die Bilder von Marita Mues sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür.“

Während die Galeristinnen noch Blumen überreichen, die beiden Malerinnen auf „gutes Gelingen“ anstoßen, Künstlerkollegen und Vertreter des Goethe-Institutes zur Eröffnung gratulieren, erklingt draußen vor der Eingangstür schwungvolle Volksmusik. Akkordeon- und Trompetenklänge schwemmen immer mehr Besuchergruppen in die kleine Altstadtgalerie, und schon bald herrscht nicht nur dichtes Gedränge, sondern auch gehobene Stimmung. Immer wieder, und ob des großen Interesses mit wachsender Begeisterung, führt Marita Mues ihre Gäste durch die Ausstellung, erklärt ihre außergewöhnlichen Techniken und lässt die Zuhörer am Entstehungsprozess der einzelnen Kunstwerke teilhaben. Zum ersten Mal habe sie neben dem Einsatz von Naturpigmenten auch mit oxydierten Goldpigmenten gearbeitet, erläutert sie am Beispiel der „Goldenen Hanse“, einer in warmen orange-roten Tönen leuchtenden Abbildung alter Handelsmetropolen.

Bei der Gelegenheit erzählt sie gern von der Hansestadt Soest, deren Zufahrtsstraßen auf den Riga-Ring münden und nicht zuletzt von der Hanse-Vergangenheit ihrer eigenen Heimatstadt Warstein: „Irgendwie gehören wir doch alle zusammen“. Während sie noch in schillernden Farben den Kreuzzug von „Richard Löwenherz auf seinem Ritt nach Jerusalem“ in Worte kleidet und die dazu gehörenden Gemälde präsentiert, von der aufgehenden Sonne am Anfang des gemalten Zyklus bis hin zur Erstürmung der Stadtmauer an dessen Ende, bewundert Aija Balina auch die Erzählkunst ihrer Kollegin: „Mit deinen Erklärungen beginnen die Bilder zu sprechen, du solltest Geschichten schreiben.“

Der Kunstprofessor Igor Germanis zeigt gesteigertes Interesse am „Bernsteinbaum“. Das zweigeteilte Gemälde zeigt fast plakativ verrottende Stämme, die in den Tiefen des baltischen Meeres zu Bernstein reifen. Seiner Begleiterin vom Fachbereich Architektur haben es die Ecken und Kanten, die Rundungen und Schwünge in den Bildern der deutschen Malerin angetan: „Hier ist nichts flächig und glatt, alles dreht sich, transformiert sich“, schwärmt sie. „Ganz schön mutig“ findet sie die Entscheidung von Mues, in Riga auszustellen, „wo fast jeder ein Künstler ist“. Doch gerade die Kontakte mit den vielen Kunstschaffenden betrachtet die Suttroperin als große Bereicherung. Zum Kreis der in Lettland lebenden Kunstinteressierten zählt auch der Vertreter der deutschen Botschaft Ludwig Neudorfer. „Ich bin viel länger geblieben, als ich eigentlich wollte“, verabschiedet er sich am Ende eines rundherum gelungenen Abends. Die Einladung zur Ausstellungseröffnung von Aija Balina im Oktober 2012 in der Warsteiner Volksbank nimmt er unter Vorbehalt an: „Wenn´s mein Terminkalender zulässt, komme ich gern.“

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