Steht Projekt Adamkaserne vor dem Aus?

SOEST ▪ Wackelt das Projekt Adamkaserne? Der Regionale-Ausschuss, der am Mittwoch die entscheidenden Sterne für ehrgeizige Projekte an der Lenne, in Iserlohn und für die Kurorte im Kreis Soest vergeben hat, stellt das Soester Vorhaben erst einmal zurück.
Nun heißt es: Eine solche Dimension – knapp 26 Millionen Euro für eine einzige Stadt – haben wir noch nicht gehabt. Es sei offen, wann das Land Fördergelder in dieser Größenordnung bereitstellen könne.
Seit zwei Jahren wird in Soest emsig an der Adamkaserne gearbeitet. Die alten unter Denkmalschutz stehenden Militärblocks sollen von Grund auf saniert werden und Vereinen und Künstlern ein attraktives Zuhause bieten. Parallel dazu sollen auch die Archive des Kreises und der Stadt hier einziehen. Perfekt ist aber auch der Umzug des Kreisarchivs nicht – wegen der (womöglich zu hohen) Miete will die Behörde mit der Stadt nachverhandeln.
Zum Kasernen-Konzept gehört schließlich, den zur Burgundischen Straße gelegenen Teil „abzuräumen“ und hier ein kleines Wohn- und Büroviertel hochzuziehen. Im Winter war nach einem Architekten- und Planer-Wettbewerb ein Sieger-Konzept präsentiert worden.
Fürs Erste liegt das alles auf Eis. Frühestens am 2. Oktober, wenn der Regionale-Ausschuss das nächste Mal tagt, könnte Soest auf den dritten Förderstern hoffen. Bis dahin erhofft sich die Regionale-Agentur „mehr Klarheit“ aus Düsseldorf, ob die Landesregierung bereit ist, den Löwenanteil der Kosten für die Kasernen-Modernisierung zu schultern, so ein Sprecher der Agentur gegenüber unserer Zeitung.
Der Ausschuss, so heißt es weiter, hat gestern „deutliche Fortschritte“ beim Soester Vorhaben ausgemacht, das mit dem Finanz-Vorbehalt aus Düsseldorf „keinesfalls in Frage gestellt“ sei. „Der dritte Stern bezieht sich nur auf die Finanzierung“, so der Sprecher, und die liege nunmal nicht in der Hand der Ausschüssler.
Besser ergeht es den Kur-Nachbarn in Bad Sassendorf und Bad Westenkotten. Ihr Vorhaben, gemeinsam mit sechs weiteren Kurorten der Region das „Netzwerk Zukunft“ zu knüpfen, mit dem bessere Verbindungen zwischen den Gesundheits- und den Touristik-Angeboten geschaffen werden sollen, erhielt den grundsätzlichen Segen. Hier hapere es nur noch an ein paar „Formalien“. ▪ hs