Sprayer machen auch vor dem Soester Wall keinen Halt

+
Was immer der bislang unbekannte „Künstler“ mit diesem Werk sagen wollte – teuer wird die Entfernung der Farbe auf dem saugfähigen Sandstein auf jeden Fall.

SOEST - Bei der Wahl ihrer „Unterlagen“ sind viele Sprayer offensichtlich nicht zimperlich: Fast jede mehr oder weniger große freie Fläche hat das Potenzial, mit Schmierereien „verziert“ zu werden. Auch vor einem durchaus empfindlichen historischen Bauwerk wie dem Wall machen die allenfalls in der Szene bekannten „Künstler“ keinen Halt.

So dürfen sich jetzt Mitarbeiter eines von der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) beauftragten Unternehmens damit herumschlagen, einen aufgesprayten Schriftzug auf dem alten Mauerwerk im Bereich des Walles zwischen dem Ulrichertor und dem Grandwegertor zu entfernen.

Im Gegensatz zu einigen Flächen, besonders in Durchgängen, wo das Beseitigen der aufgesprühten Farbe durch das vorherige Auftragen einer relativ einfach zu entfernenden „Opferschicht“ keinen allzu großen Aufwand erfordert, sieht das bei dem Sandstein, der für den Bau der Wälle verwendet wurde, ganz anders aus.

„Dieser Stein hat die Eigenschaft, sehr stark saugend zu sein“, erklärt Tobias Trompeter, Leiter der Zentrale Gebäudewirtschaft bei der Stadtverwaltung, das Problem. Dadurch kann die Farbe so tief in das Material eindringen, dass sie nur mit großem Aufwand wieder entfernt werden kann, ohne den Stein allzu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen – wenn überhaupt: Im schlimmsten Fall kann es sein, dass Reste der Sprayfarbe auch nach der Bearbeitung durch Mitarbeiter des Fachunternehmens noch zu erkennen sind.

Wie teuer die „Reparatur“ der durch Sprayer am Mauerwerk der Wälle angerichteten Schäden die Steuerzahler genau zu stehen kommt, dazu gab es auf Anhieb keine genauen Zahlen.

Immerhin sind solche Fälle zuletzt relativ selten gewesen: Vor der jetzt aufgetauchten Schmiererei waren die Wälle zuletzt vor drei Monaten besprüht worden. Das muss aber nicht so bleiben – besonders in den kommenden warmen Monaten fühlen sich erfahrungsgemäß auch Sprayer dazu inspiriert, ihre „sprühende Lebensfreude“ in der Stadt gut sichtbar zu verteilen. - kim

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare