Soester Skatfreunde 50 Jahre in reizender Runde

Ein Jubiläum mit Seltenheitswert: Heinz Keweloh, Peter Wiesner, Karl-Heinz Zachlehner und Helmut Lipinski (von links) feierten in gemütlicher Runde das 50-Jährige ihres Clubs. 
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Ein Jubiläum mit Seltenheitswert: Heinz Keweloh, Peter Wiesner, Karl-Heinz Zachlehner und Helmut Lipinski (von links) feierten in gemütlicher Runde das 50-Jährige ihres Clubs. 

Soest –  Einmal die Woche wird gereizt und gestochen, was das Zeug hält. Natürlich im gepflegten Spiel – und das seit 50 Jahren. Vier Skatbrüder feiern ein Jubiläum mit Seltenheitswert. Der Goldkranz schmückt den Club mit dem kurzen, knackigen Namen „Re“.

So gab’s jetzt für Helmut Lipinski (Lippi, 90) und Karl-Heinz Zachlehner (Kalli, 79) als Männer der ersten Stunde sowie Peter Wiesner (70) und Heinz Keweloh (63), die später zum munteren Herren-Quartett fanden, guten Grund zum Feiern. Das Datum 6. Januar 1966 rückte in den Blick, der Gründungstag, dem viele weitere Runden folgten. Immer ist Geselligkeit Trumpf. Doch beim Spiel mit den 32 Karten hört der große Spaß auf, gaben die vier gestern schmunzelnd zu verstehen. Dann geht’s ernsthaft und nach allen Regeln der Kunst zur Sache. Eine klare Ansage – sicher in der Hoffnung auf ein gutes Blatt.

Zu Beginn: 50 Pfennig und eine Flasche Bier

Eine Flasche Bier und 50 Pfennig Startgebühr – so lautete zu Beginn eine der ungeschriebenen Richtlinien, an die sich jeder strikt hielt. So füllte sich die Kasse, denn die Männer hatten sich fest vorgenommen, gemeinsam fremde Gefilde zu erkunden. Dritter im Bunde war damals Otto Vogt († 2000). Der erste Ausflug führte mit dem Auto nach Amsterdam, doch dabei blieb es nicht. Flugreisen folgten, alle zog’s hinaus in die Ferne. Immer wieder packten sie die Koffer, die Weltenbummler sahen sich in Amerika, Afrika, Asien um. Da lässt sich lange in Erinnerungen schwelgen. Sitzen die Club-Mitglieder zusammen, dann trägt jeder einen Lederanhänger mit seinem Vornamen: Das Schmuckstück kauften sie in Gambia am Strand, wer es beim wöchentlichen Termin vergisst, muss ein Strafgeld zahlen.

„Wir treffen uns immer reihum“, erzählt Karl-Heinz Zachlehner. Die Zeit der großen Urlaubs-Touren sei nun aber vorbei, „denn wir sind nicht mehr die Jüngsten“. Unternehmungslustig sind die Goldjubilare trotzdem: Jedes Jahr wird die Kasse geplündert. „Wir verstehen uns“, erzählen sie, „einer kann sich hundertprozentig auf den anderen verlassen.“ Gesterndachten sie auch an ihre verstorbenen früheren Mitstreiter Rolf Kalbhen und Uwe Kretzmer.

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