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Japaner berichtete aus Fukushima

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SPD- Bundestagsabgeordneter Wolfgang Hellmich, Kazuhiko Kobayashi und Organisatorin Ute Plath.  -  Foto: Schrödter
SPD- Bundestagsabgeordneter Wolfgang Hellmich, Kazuhiko Kobayashi und Organisatorin Ute Plath. -  Foto: Schrödter

KREIS SOEST -  Schwere Vorwürfe gegenüber der japanischen Regierung, den zuständigen Ministerien und gegen den Energieriesen Tepco erhob Kazuhiko Kobayashi im Rahmen seines Vortrages während der europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“.

Im Mehrgenerationenhaus in Bad Sassendorf warf er den politisch Verantwortlichen Verharmlosung vor. „Die Strahlung rund um Fukushima ist nach wie vor so hoch, dass die Menschen sofort evakuiert werden müssten. Stattdessen erlaubt die Regierung höhere Grenzwerte“.

Der Germanist und überzeugte Atomkraftgegner zeigte Bilder von kontaminierten Reaktortrümmern, notdürftig mit Planen abgedeckt, unter freiem Himmel. „Die Regierung lässt zudem die betroffenen Kinder in Fukushima nur unzureichend untersuchen und setzt Ärzte massiv unter Druck.“

Wer genügend Geld hat, habe das verseuchte Gebiet längst verlassen, doch vielen fehlen dazu die Mittel. Daher versucht der 57-Jährige auf seinen Vortragsreisen Spenden für eine regierungsunabhängige Klinik zu sammeln, um vor allem den Kindern zu helfen. Seiner Darstellung nach geht die Regierung auch rigoros mit Atomkraftgegnern um. „Menschen, die in der Öffentlichkeit gegen die Atompolitik demonstrieren verschwinden plötzlich für immer oder werden aus nichtigen Gründen inhaftiert und kommen völlig gebrochen aus der Haft zurück“ wirft er dem Staat vor.

Viel Lob hatte er für Deutschland: „Sie wollen aus der Atomkraft aussteigen und auf regenerative Energien umsteigen. Schaffen Sie es als Industrienation ist es der Beweis, dass Industrie auch ohne Atomstrom funktioniert“, appelliert er. - rs

Die weiteren Termine:

Dienstag, 23. April, 15 bis 17 Uhr: „Erlebnisse in Tschernobyl“ Fragen und Antworten zur Reaktorkatatstrophe mit Anatoliy Ligun auf Einladung des Internationalen Ladies Club Soest/Bad Sassendorf im Haus Bilke in Bad Sassendorf. Moderation: Petra Menke-Koerner und Ute Plath

Mittwoch, 24. April, 9.45 bis 11.30 Uhr: „Tschernoby - Fukushima 25 plus - was bleibt“? Bericht und Diskussion über die Reaktorkatastrophe und die Lehren daraus mit Anatoliy Ligun im Hubertus-Schwartz-Berufskolleg. Eine gemeinsame Veranstaltung des Stift-Cappel-Berufskollegs in Lippstadt und des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs. Moderation: Martina Schaub und Klaus Tiemann

Freitag, 26. April, 11.30 bis 13 Uhr: „Tschernobyl und keine Ende?“ (Little Boy - Fat Man - Fukushima...) Mit Anatoliy Ligun im Conrad-von-Soest-Gymnasium. Moderation: Dr. Benno Dahlhoff

18 bis 19.30 Uhr: „Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ mit Anatoliy Ligun. Anschließend Kerzenaktion im Mehrgenerationenhaus Bad Sassendorf zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl. Eine Veranstaltung des Männerkreises der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Sassendorf. Moderation: Martin Anemüller

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