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Blitz-Einbruch bei der Feuerwehr: Täter räumen neues Fahrzeug leer

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Von: Daniel Schröder

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Auf diese Geräte hatten es die Täter abgesehen. Von ihnen fehlt jede Spur.
Auf diese Geräte hatten es die Täter abgesehen. Von ihnen fehlt jede Spur. © Daniel Schröder

Seit vergangener Woche ist das neue HLF 20 der Feuerwehr Soest im Dienst. Jetzt räumten Einbrecher das 600.000-Euro-Fahrzeug zum Teil leer.

Soest - Die Täter müssen ganz genau gewusst haben, wonach sie suchen und vor allem: wo sie es finden. In der Nacht zu Dienstag brachen die Unbekannten zwischen 23.45 Uhr und 6.50 Uhr in die Wache der Freiwilligen Feuerwehr am Florianweg ein.

Sie schlugen eine der Plastikscheiben des Rolltores auf, hinter dem das frisch in Dienst gestellte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Soest stand. Offenbar öffneten sie gezielt das Gerätefach des Fahrzeugs, hinter dem sich die moderne Ausrüstung zur technischen Unfall-Rettung befand.

Einbruch bei der Feuerwehr Soest: Auf diese Geräte hatten es die Täter abgesehen

Polizeisprecher Holger Rehbock: „Sie entwendeten akkubetriebene Rettungswerkzeuge. Hierbei handelt es sich um zwei Spreizer, zwei Rettungszylinder und eine Rettungsschere.“ Geräte, mit denen Unfallopfer, die mitunter um ihr Leben kämpfen, aus ihren Fahrzeugen gerettet werden.

Einbruch bei der Feuerwehr Soest: „Das war eine gezielte Aktion“

Nachdem die Einbrecher die Werkzeuge eingepackt hatten, machten sie sich offenbar sofort wieder aus dem Staub - nach weiterer Beute, die für sie interessant sein könnte, suchten sie dem ersten Anschein nach gar nicht erst. Das spricht dafür, dass die Täter ganz genau wussten, was sie wollten. „Das war eine gezielte Aktion, die Täter wussten, was sie tun“, sagte Christoph Blume, Leiter der Feuerwehr Soest.

Einbruch bei der Feuerwehr: Das haben die Täter mit dem Werkzeug vermutlich vor

Und es gibt Erfahrungswerte, was Verbrecher mit solchen Werkzeugen anstellen: In der Vergangenheit wurden solche Rettungsgeräte der Feuerwehr für Aufbrüche von Geldautomaten oder sogar Geldtransportern genutzt.

Das neue HLF 20 der Feuerwehr Soest.
Das neue HLF 20 der Feuerwehr Soest. © Daniel Schröder

Polizeisprecher Rehbock appellierte in Richtung der Täter: „Sie sollten darüber nachdenken, in welchen Händen das lebensrettende Werkzeug wohl besser aufgehoben war und ob sie es nicht besser wieder zurückgeben sollten.“ Die Hoffnung, dass sich Gewissensbisse bei den Tätern breitmachen werden, dürfte jedoch gering sein.

Nach Einbruch: Feuerwehr Soest bleibt weiter vollumfänglich einsatzbereit

Christoph Blume betonte: „Die Täter haben es in Kauf genommen, dass die Technische Hilfeleistung durch die Feuerwehr nicht mehr gewährleistet werden kann, weil die Geräte fehlen. Es ist nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass die Geräte vom alten HLF noch vorhanden sind.“ Die Feuerwehr ist also auch für Verkehrsunfälle weiterhin gewappnet. „Ansonsten wäre das Fahrzeug für vier bis sechs Wochen ausgefallen.“ Zwar sei die Ersatz-Beschaffung der gestohlenen Geräte bereits eingeleitet, doch stünde solches Spezialwerkzeug nicht vom einen auf den anderen Tag zur Verfügung.

Auch Blume glaubt nicht, dass sich bei den Tätern ein schlechtes Gewissen einstellen könnte: „Ich bezweifle, dass dieser Personenkreis überhaupt ein Gewissen hat.“

Die Polizei bittet Zeugen, die Angaben zu dem Einbruch oder Verbleib des Diebesgutes machen können, sich unter der Telefonnummer 02921-91000 zu melden.

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