Anträge gegen Jagd auf privaten Flächen

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KREIS SOEST - Neun Anträge liegen der unterten Jagdbehörde des Kreises Soest vor, in denen Eigentümer darum bitten, ihre Wiesen oder Felder als befriedete Gebiete auszuzeichnen. Wenn die Behörde dieser Bitte nachkommt, darf dort nicht mehr gejagt werden.

„Ich glaube es ist Zufall, dass wir so viele Anträge haben“, sagte Michael Erkens von der unteren Jagdbehörde. Laut einer kleinen Anfrage im Landtag liegt der Kreis Soest mit der Anzahl weit vorne. Im Kreis Minden-Lübbecke wurden sechs Anträge gestellt. Im benachbarten Hochsauerlandkreis liegen gerade mal zwei Anträge vor.

Über die neun Anträge wird nun in Ruhe entschieden. „Es gibt keine Fristen an die wir uns halten müssen und die nun folgende Prüfung ist umfangreich und es sollte nicht schnell entschieden werden“, so Erkens weiter. Schließlich werden durch eine Befriedung zusammenhängende Jagdgebiete zerstückelt. Ob man dies einem Jagdpächter zumuten kann, muss genau abgewogen werden.

In den kommenden Wochen werden erst einmal zahlreiche Befragungen durchgeführt. So wird die Jagdgenossenschaft, der Kreisjagdberater, die Grundstücksnachbarn und die Träger öffentlicher Belange befragt. Danach muss der Jagdbeirat eine Empfehlung aussprechen.

„Der Antragsteller muss deutliche ethische Gründe anführen“, erläutert Erkens, worauf es ankommt, damit einem Antrag statt gegeben wird. Der Eigentümer einer Fläche muss seine Gewissensentscheidung klar darstellen und erläutern. Ein Grund der akzeptiert werde, sei beispielsweise, wenn der Antragsteller ein überzeugter Veganer ist und damit das töten von Tieren ablehnt.

Wie in jeden Einzelfall entschieden werde, sei nicht absehbar. Auf jeden Fall müssten die Antragsteller sich auch darauf einstellen, dass das Jagdverbot nicht von heute auf morgen gilt. „Es gibt Pachtverträge und so lange die laufen, gibt es keine Befriedung“, erklärt Erkens. Ausnahmen könnten gemacht werden, wenn die Dauer einer Pacht eine gewisse Grenze überschreite. So sei es üblich, dass auch mal Verträge über 15 oder 20 Jahre abgeschlossen würden, dann würde man einen frühreren Zeitpunkt für die Befriedung vereinbaren. Wenn aber ein Pachtvertrag noch eine Frist von fünf Jahren habe, müsste der Antragsteller bis zum Ablauf dieser fünf Jahre warten.

Die betroffenen Flächen liegen in Benninghausen, Geseke, Hörste, Langeneicke, Lippstadt, Merklingsen, Schmerlecke und Wamel. Sie haben eine Fläche zwischen einem und zwei Hektar. - gök

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