Projekt Adamkaserne muss abspecken

SOEST ▪ Die Stadt Soest wird ihre ehrgeizigen Pläne für den Umbau und die Modernisierung der Adamkaserne abspecken. Wie die danach aussehen, weiß heute niemand. Denn ab nächster Woche reist Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer zu Gesprächen ins Städtebauministerium nach Düsseldorf, um über Geld zu reden und zu verhandeln, sagte er gegenüber unserer Zeitung.
Die sieben unter Denkmalschutz stehenden Militärblöcke am Meiningser Weg zu einer schmucken Stätte für Vereine, Kultur sowie für Volkshochschule, Stadt- und Kreisarchiv herauszuputzen, würde 25,6 Millionen Euro kosten. Bislang war die Rede davon, dass das Land im Rahmen der Regionale Südwestfalen 2013 rund 20 Millionen dazuschießen würde.
Auf dieser Basis ist bis heute geplant und gerechnet worden. Danach sind auch die Mieten taxiert worden, die Vereine, Künstler und Behörden zahlen sollen.
Doch jetzt hat – wir berichteten gestern – der Regionale-Ausschuss das Soester Projekt hintenangestellt, weil das Land sich außerstande sieht, für ein einziges Projekt dermaßen tief in die Tasche zu greifen. Allerdings, so sagt Ruthemeyer, hat es das Ministerium vermieden, Klartext zu reden, wieviel ihm die Adamkaserne in Soest wert ist. „Ich hätte gern eine Zahl mitgenommen“, so der Rathaus-Chef.
Statt sauberer Vorgaben gibt es nun Klein-Klein. „Das Land wird mit uns Haus für Haus und Posten für Posten durchgehen“, sagte Ruthemeyer. Was am Ende dabei herauskomme, ob die Fördersumme dann noch achtstellig sei, stehe in den Sternen. „Das Land wird am Ende der Verhandlungen einen Betrag 20 minus X nennen, und wir müssen dann entscheiden, ob wir das noch wollen.“
Bis zur September-Ratssitzung sollen die abgespeckten Pläne durchgerechnet sein. Dann muss der Stadtrat erneut Farbe bekennen, wie es mit der Adamkaserne weitergeht. Bislang haben die Stadtverordneten mit großer Mehrheit die Pläne gestützt, auch wenn viele Kritiker betonten, die Dimension sei gewaltig und auch das verbleibende Risiko für die Stadt beträchtlich. ▪ hs