Hilfe für Flüchtlinge gefragt, aber keine Spontan-Aktion

Die Interkulturelle Woche vom 22. bis 26. September soll ein Beitrag sein, die Menschen zusammenzuführen. Das wünschen sich die Veranstalter. -  Foto: Dahm
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Die Interkulturelle Woche vom 22. bis 26. September soll ein Beitrag sein, die Menschen zusammenzuführen. Das wünschen sich die Veranstalter.

Soest -  Zum Asylheim zu gehen, um etwas Kleidung abzugeben, das mag ja gut gemeint sein. Dennoch bittet Brigitte Sehmi darum, von solch spontanen Aktionen Abstand zu nehmen.

Sie arbeitet im Stadtteilbüro Süden (Soester Entwicklungsnetz) und kennt die Bewohner. Daher weiß sie auch, wie sehr sich viele von ihnen erschrecken, wenn unangekündigt Fremde vor der Tür stehen, die vielleicht noch einen Topf Essen in der Hand halten und ins Zimmer wollen. Natürlich sei jeder willkommen, der bereit sei zu helfen, hebt Brigitte Sehmi hervor. Ratsam sei es aber, sich vor einem Besuch kurz im Rathaus oder im Stadtteilbüro zu melden, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Menschen zusammenführen, das ist das Anliegen aller, die die Interkulturelle Woche (22. bis 26. September) planen. Der Verein Integration & Kultur lädt Einheimische und Zugewanderte zu Terminen ein, die Gelegenheit zur Begegnung bieten. Zum Abschluss steigt wie üblich ein Fest an der Waldstraße. Dort leben zurzeit gut 140 Flüchtlinge, wie Brigitte Sehmi erläutert. Viele von ihnen beteiligen sich am Programm. Die Frauen bereiten für den Nachmittag Spezialitäten aus ihren Heimatländern vor, die sie für einen kleinen Obolus anbieten. Abends treffen sich alle zum Abschlusskonzert mit Musik, Tanz und Gesang. Das alles steht unter dem Motto: „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“.

„Die Leute sollen miteinander ins Gespräch kommen“, formulierten die Initiatoren bei der Vorstellung des Programms das gemeinsame Anliegen. Deshalb richten sie das Fest in direkter Nachbarschaft des Asylheimes aus. Sie möchten, dass Berührungsängste abgebaut werden. Tolle Patenschaften seien bereits entstanden. Helfer unterstützen Kinder des ersten Schuljahres, um ihnen den Start zu erleichtern, nennt Brigitte Sehmi ein Beispiel.

Schön sei es, wenn sich weitere Ehrenamtliche finden, die sich nützlich machen möchten – beispielsweise in der Kleiderausgabe. Das Team, das dort Dienst tut, freut sich auch über Spenden, bittet jedoch darum, nur guterhaltene, tragbare Sachen abzugeben und die Säcke auch nicht einfach vor das Haus zu stellen. Vielleicht finden sich ja auch Helfer, die Bewohner zum Arzt begleiten oder eine andere Aufgabe übernehmen möchten. Nach der Ankunft ist vieles fremd, da sei es nützlich, jemanden an der Seite zu haben, der Bescheid weiß. „Man muss aber auch versuchen, die Sprache zu verstehen. Das ist manchmal schwer, doch es funktioniert“, ermuntert Brigitte Sehmi zum Mitmachen.

Die kommende Woche dient dazu, mehr übereinander zu erfahren. Der Dank der Veranstalter gilt in diesem Zusammenhang den Mitarbeitern des Soester Entwicklungsnetzes (SEN), die im Vorfeld des Festes am Freitag, 26. September, einiges an Vorbereitungen leisten. Sie kümmern sich auch um die Flüchtlinge, stellen beispielsweise Fahrräder zur Verfügung und geben Gutscheine für die Reparatur kaputter Velos aus. Nun freuen sich die Organisatoren auf ein großes Publikum, das an allen Tagen den Gedanken der Integration mitträgt. -  Köp.

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