240 000 Euro für Forschungsprojekt an FH

Professor Mark Schülke ist Koordinator des Projekts „H2Energy“.

Soest -  Sie haben bereits einen Orthopädie-Scooter mit einem Hybrid-Antrieb aus Wasserstoffbrennstoffzellen und einer kleinen Batterie (Lithium-Eisen-Phosphat) gebaut, ein Wasserstoff-Energiesystem als Reichweitenverlängerer für einen Elektro-Smart entwickelt und ebenso an einem speziellen Betankungssystem mitgearbeitet: Jetzt soll an der Fachhochschule in Soest ein neuer Forschungsschwerpunkt eingerichtet und etabliert werden. „Wasserstoff-Technologien mit Fokus auf Elektromobilität“, so lautet der Titel.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Vorhaben mit dem Projektnamen „H2Energy-Zentrum für Wasserstoff-Mobilität“ zwei Jahre lang mit 240 000 Euro, für zwei weitere Jahre soll die Förderung durch einen Eigenanteil der Hochschule von mindestens 30 000 Euro sichergestellt werden.

Die Soester Idee ist dabei eine von exakt einem Dutzend, die von externen Gutachtern für die Anschubfinanzierung ausgewählt wurden. In einem ersten konkreten Forschungsprojekt soll es um die Entwicklung und Optimierung eines Wasserstoff-Elektrofahrzeugs mit Hybridspeichersystem gehen, erklärt Projektkoordinator Prof. Mark Schülke.

Basis ist ein Brennstoffzellensystem mit Batteriezwischenspeicher: Der Hauptantrieb des Autos wird aus der Batterie gespeist; die Reichweite verlängert sich durch das Aufladen des Akkus durch eine zusätzliche Brennstoffzelle mit Wasserstoffspeicher.

Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie will die Hochschule so das Thema Wasserstoff-Mobilität vorantreiben und technische Innovationen für Fahrzeuge ebenso entwickeln wie Konzepte für eine dazugehörige Infrastruktur. Gerade letzteres sei noch eine Herausforderung: Wo lässt sich Wasserstoff tanken? Wie sicher ist es? Was kosten Anschaffung und Betrieb?

Als übergeordnete Perspektive gilt dabei die Etablierung eines Mobilitätskonzepts für Wasserstoff-Fahrzeuge im ländlichen Raum; langfristig soll eine regionale Kleinflotte mit den nötigen Tankstellen aufgebaut werden. Dafür biete das bereits entwickelte Tanksystem eine erste Grundlage.

Das Forschungsprojekt soll in den Profilschwerpunkt Automotive der FH Südwestfalen eingebunden werden; beteiligt wären verschiedene Fachgebiete der Bereiche Elektrische Energietechnik und Maschinenbau-Automatisierungstechnik. Dem interdisziplinären Team gehören unter anderem die Professoren Mark Schülke, Ulf Witkowski, Peter Thiemann, Andreas Schwung und Karl-Heinz Müller an.

In ihrem Förderantrag verwiesen die Soester auf die heute schon enge Verzahnung mit der Wirtschaft, die Kooperation mit der Automotive-Kompetenzregion Südwestfalen und die Beteiligung am Kompetenzzentrum Fahrzeug-Elektronik (KFE) in Lippstadt.

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