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Soester demonstrierten gegen rechte Szene

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Von: Klaus Bunte, Heyke Köppelmann, Manuela Kübler-Schubert

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Das Bündnis „Bunt statt braun“ demonstrierte am Samstagnachmittag gegen Neonazis. © Bunte

SOEST ▪ Ein Infostand der Partei „Die Rechte“ hat am Samstagnachmittag in der Soester Innenstadt für einen Großeinsatz der Polizei und lautstarke Gegenkundgebungen gesorgt.

Die Kreisgruppe der Rechtsextremen, an deren Spitze der 26-jährige Dominic Bruschke aus Möhnesee steht, hatte diese sogenannte „Auftaktveranstaltung zur Kommunal- und Europawahl“ in der Brüderstraße (vor „Saturn“) kurzfristig angemeldet, wie ein Polizeisprecher am Samstagnachmittag auf Nachfrage erläuterte. Weil Zusammenstöße zwischen den Neonazis und Gegendemonstranten befürchtet wurden, habe man vorsorglich eine größere Gruppe von Polizisten dort postiert, so der Sprecher weiter. Zu Zusammenstößen, Störungen oder Straftaten sei es während der rund einstündigen Veranstaltung jedoch nicht gekommen.

Während „Die Rechten“ mit zwölf Teilnehmern ihre Parolen schrien, hatte das Soester Aktionsbündnis „Bunt statt braun“ kurzfristig schätzungsweise 40 Gegendemonstranten mobilisieren können, die die Verlautbarungen der Rechten mit ihren Pfiffen und Rufen deutlich übertönten. Auch Teilnehmer aus der Antifa-Szene hatten sich dem Soester Bündnis angeschlossen.

„Wieder werden wir den kurzen Aufmarsch des braunen Sumpfes ertragen müssen, denn dies ist ein Teil unserer demokratischen Realität. Aber dennoch nehmen wir diese Aktionen nicht hin“, schreibt das Bündnis „Bunt statt braun“ auf einem Handzettel. „Wir lieben die kulturelle Vielfalt, den bunten Strauß an Nationalitäten und den Erfahrungsreichtum aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Wir lassen uns nicht von platten Parolen rechter Gruppen mit Problemlügen erschrecken“, heißt es darin weiter.

Trotz Dauerregens harrten die Soester aus und sorgen dafür, dass sich die Rechten kein Gehör verschaffen konnten. Nach etwa einer Stunde packten die Rechtsextremen ihre Sachen und verschwanden wieder aus der Stadt.

Schätzungsweise 25 Polizisten waren in der Brüderstraße im Einsatz.

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