Drama in Echtrop

Nach Feuer dritter Windrad-Flügel abgebrochen

MÖHNESEE - In der Nacht zum Dienstag gegen ein Uhr morgens brach unter dem Wind der dritte senkrecht nach oben stehende Rotor ab und hängt jetzt am Turm herunter. Das bedeutet Höchstschwierigkeiten für die Monteure, die seit Dienstag hoch oben in der Gondel arbeiten.

Der gebrochene Rotor droht offensichtlich abzustürzen. Außerdem müssen die Techniker in luftiger Höhe jetzt das Kunststück vollbringen, die Rotoren und die Rotor-Nabe von der Gondel zu lösen, was nach dem Feuer und dem Abbruch höchst schwierig werden könnte.

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Die Ruine steht unmittelbar vor dem Abbau. Das ausgebrannte Windrad vom Windpark Wulfshof zwischen Soest-Bergede und Möhnesee-Echtrop soll noch in dieser Woche demontiert werden. Gondel, Rotoren und der oberste Turmteil werden entfernt. Das bestätigten die Windrad-Betreiber. Dafür würden jetzt die Voraussetzungen geschaffen. Die Zuwegung von der Niederbergheimer-Straße zum ausgebrannten Windrad muss insbesondere in einer Kurve verstärkt und befestigt werden, damit der Riesenkran und die Schwertransporter an das Wrack heranfahren können.

Die Betreiber des Windparks „MK Windkraft“ waren am Dienstag außerdem damit beschäftigt, entsprechende Genehmigungen zum Beispiel für die weiträumige Sperrung des Geländes rund um das ausgebrannte Kraftwerk zu erlangen. Der Gefahrenbereich ist offenbar groß, weil Teile von dem 70 Meter hohen Windrad bei stürmischen Winden weit umherfliegen könnten. Geschützt wird offenbar auch das westlich vor dem Wrack stehende Windrad. Es steht still.

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Die Betreiber haben zudem einen Sicherheitsdienst eingeschaltet, der die Umgebung Tag und Nacht überwacht und sicherstellen soll, dass niemand dem Gefahrenherd zu nahe kommt. Wie es weitergehen soll, hängt davon ab, welche Versicherungsleistungen bei dem auf über eine Million Euro geschätzten Schaden erfolgen. „Dann entscheidet die Betreibergemeinschaft nach Faktenlage, wie es weitergeht“, erläuterte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Andreas Künast. Er setzt darauf, dass die Brandexperten dank ihrer Erfahrung und Sachkenntnis eine Ursache ermitteln können. In jedem Fall sei das Wichtigste, dass bei dem Feuer keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Alles andere sei ersetzbar.

Über die Ursache des Brandes gibt es laut der Betreiber bisher keine überprüften Kenntnisse. Für Nachbar und Mitgesellschafter Hathumar Rustige ist es auch zweifelhaft, ob der Grund für das Ausbrechen des Feuers überhaupt gefunden werden kann, nachdem die Gondel des Windkraftrades vollkommen ausgebrannt und zerstört zu sein scheint.

Möhnesees Gemeindebrandinspektor Christian Böddeker, der beim Brand in der Nacht zum Samstag den rund zwölfstündigen Feuerwehr-Einsatz vor Ort geleitet hatte, sieht im Rückblick, dass nach seinen Erkenntnissen bei dem Einsatz auf Seiten der Feuerwehr alles richtig gelaufen sei. Man habe die Handlungsanweisungen des Deutschen Feuerwehrverbandes umgesetzt und die notwendigen Mindestabstände von rund 500 Metern eingehalten. Im Einsatz hätten die Eigensicherung der Hilfskräfte und die Verhinderung der Ausweitung des Feuers oberste Priorität gehabt.

Böddeker lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte mit dem Betreiber „MK Windkraft“ und der Herstellerfirma „Vestas“. So seien der Einsatzleitung schon früh wichtige Informationen und Daten über das Kraftwerk bekannt gewesen, zum Beispiel über Größe, Leistung und die Menge der Getriebe- und Hydrauliköle, die in der Motorik des Windrades im Einsatz seien.

Böddeker will diesen ersten Brand eines Windkraftrades zur Weiterbildung bei der Feuerwehr nutzen. Da der Brand im Kreis Soest einmalig sei, soll er genauer ausgewertet und dokumentiert werden, um das Szenario bei anderen Feuerwehren zur Fortbildung einsetzen zu können. - dümi

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