Schaden in Millionenhöhe

Abgebranntes Windrad in Echtrop bleibt gefährlich

Nach dem Brand blieb von dem Gehäuse der Windkraftanlage nicht viel übrig, jetzt sollen Experten die Anlage in Augenschein nehmen und die weitere Vorgehensweise festlegen.
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Nach dem Brand blieb von dem Gehäuse der Windkraftanlage nicht viel übrig, jetzt sollen Experten die Anlage in Augenschein nehmen und die weitere Vorgehensweise festlegen.

ECHTROP -  Das am Freitagabend ausgebrannte Windrad soll am Dienstag oder Mittwoch dieser Woche näher inspiziert werden, sagte Hathumar Rustige vom „Windpark Wulfshof“ am Sonntag im Telefongespräch mit dem Anzeiger.

Verletzt wurde beim Brand niemand, der materielle Schaden liege wohl bei etwa 1,2 Millionen Euro und dürfte Rustiges Einschätzung nach von der Versicherung übernommen werden.

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Der Betreiber warnt ebenso wie Christian Böddeker, stellvertretender Feuerwehrchef der Gemeinde, davor, sich der Brandruine zu nähern. Nach wie vor gehe eine hohe Gefahr von ihr aus: „Trümmerteile sind bislang in einem Umkreis von bis zu vierhundert Metern auf dem Boden aufgeschlagen, und es kann nach wie vor noch etwas herunterfallen, auch wenn das Feuer aus ist.“ Die Betreiberfirma habe, so berichtete Rustige weiter, einen Sicherheitsdienst beauftragt, der die am Freitag von Polizei und Feuerwehr vorgenommene weiträumige Absperrung weiter strikt kontrolliert.

Die Freiwilligen der Feuerwehr waren zu Spitzenzeiten mit 70 Einsatzkräften vor Ort, schoben in der Kälte der Nacht im Schichtdienst Brandwache. Einsatzleiter Böddeker übergab die Einsatzstelle am Samstagmorgen gegen kurz vor Acht. Lob der Feuerwehr: „Die Betreiberfirma hat sehr umsichtig und professionell gehandelt und unsere Arbeit mit Fachberatern unterstützt.“

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Windradbrand in Echtrop

Für die Gemeindefeuerwehr war der eher seltene Brand eines Windrades der erste Einsatz dieser Art. „Man ist hier ausnahmsweise zunächst einmal machtlos“, sagte nicht nur Christian Böddeker: „Aus Gründen der Eigensicherung für die Einsatzkräfte kann man sich dem Objekt nicht nähern.“ Dennoch müsse die Feuerwehr vor Ort sein: „Herabfallende brennende Teile könnten einen Flächenbrand auslösen.“

Wie häufig Windräder brennen, dazu wollte Hathumar Rustige, der im „Windpark Wulfshof“ insgesamt sieben Anlagen mit betreibt, keine Zahlenspiele anstellen. Dass ein solcher Brand stets spektakulär sei, konnte er bestätigen. „Als vor fünf Jahren in Marsberg direkt an der A44 so eine Anlage brannte, da musste die ganze Autobahn zur Sicherheit gesperrt werden.“ In Holland, so war Rustige auch noch lebhaft aus der Berichterstattung in Erinnerung, sei zuletzt so eine Anlage in Brand geraten. Rustige: „Da waren sogar noch zwei Monteure oben in der Gondel. Was genau die gemacht haben, warum es brannte, weiß niemand. Jedenfalls sind die beiden in Panik aus der Gondel gesprungen: Beide tot.“ Umso erleichterter könne man sein, dass beim Brand am Freitag keine Personen zu Schaden gekommen seien.

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